Virtuelles Klassenzimmer mit großem medialen Interesse gestartet

Am 23.11.2012

Dem feierlichen Anlass angemessen war der Medienraum der Inselschule gestern Vormittag selbst bei geschlossenen Vorhängen sonnendurchflutet und in unwirkliches Gelb getaucht. Und ein bisschen unwirklich war auch die ganze Szenerie. Denn statt vor ihren Lehrerin Frau Schicke und Frau Tongers saßen die Schülerinnen und Schüler vor einem Bildschirm, auf dem sie in die Klassenräume der anderen Inselschulen und des Niedersächsischen Internatsgymnasium in Esens (NIGE) blicken konnten.

Zur feierlichen Eröffnung im NIGE waren u.a. der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann und Landtagspäsident Hermann Dinkla der Einladung von Schulleiterin Petra Palenzatis nach Esens gefolgt. Die Langeooger Schulleiterin Angelika Fischer war natürlich auch vor Ort. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der dortigen Aula wurde der Start für das Projekt freigegeben.


Das Projekt "Distance Learning" soll die Inselschulen noch stärker mit dem NIGE verbinden. Der Clou besteht darin, die räumlich getrennten Klassen der Schulen nach Bedarf zusammen unterrichten zu können. Dabei geht es nicht darum, Lehrpersonal einzusparen, sondern Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Der Vorteil ist gerade in Mangelfächern nicht zu übersehen. Zum Beispiel ist die Schule auf Wangerooge derzeit die einzige, die auch Portugiesisch als Fremdsprache anbieten kann. Durch die Vernetzung übers "virtuelle Klassenzimmer" können nun auch Schüler und Schülerinnen der anderen Inselschulen an dem Unterricht teilnehmen. Das Fächerangebot für die Kinder steigt dadurch.

Und noch ein Vorteil ist kaum zu übersehen: Wer auf Langeoog Abitur machen möchte, der muss nach der 10. Klasse ans NIGE wechseln, was für viele Kinder kein leichter Schritt ist. Durch die vernetzten Schulen aber sind die dortigen Lehrer und zukünftige MitschülerInnen schon vor dem Gang ans Festland bekannt und vertraut. Die unmittelbare räumliche Abwesenheit eines Fachlehrers (pädagogische Aufsicht ist natürlich stets anwesend) fördere auch die Selbständigkeit der Kinder und Jugendlichen.

Weil es sich um ein bundesweit bisher nicht dagewesenes Projekt handelt, war das mediale Interesse am Projektstart entsprechend groß. Auf Langeoog verfolgten und dokumentierten Teams vom NDR und vom ZDF das Geschehen. So wurden sie Zeugen, wie die Esenser Englisch-Lehrerin Barbara Glittenberg zusammen mit der Langeooger Klasse demonstrierte, wie so ein Unterricht in Zukunft aussehen wird.

In kleinen Interviews konnten die Medienvertreter feststellen, dass Schülerinnen und Schüler von Langeoog bei aller Multimediabegeisterung das Projekt durchaus auch kritisch betrachten. So fanden die meisten die Idee an sich zwar gut, waren aber skeptisch, ob sich via Bildschirm ein persönliches Verhältnis zu den Lehrern aufbauen werde. Und sie sahen noch deutliches Potenzial in der Verbesserung der Technik.

Tatsächlich kamen die Bilder der anderen Klassenzimmer mitunter etwas verpixelt auf Langeoog an, aber das lag auch daran, dass sich Langeoog zurzeit noch eine Leitung mit Spiekeroog teilen muss, was bei gleichzeitiger Schalte natürlich zu Qualitätsverlust führt. Aber so ist das gelegentlich mit neuen Ideen, wenn die Technik dazu noch ein bisschen in den Kinderschuhen steckt. Weil das Projekt aber kontinuierlich auch technisch weiterentwickelt wird, wird es auch in diesem Bereich noch Verbesserungen geben.

Insgesamt ist das Projekt "Distance-Learning" aber eine so gute Idee, dass es in Zukunft bestimmt nicht nur in anderen, eher ländlichen Gegenden zur Anwendung kommen wird. Auch sind andere Einsatzbereiche, zum Beispiel im Krankenhausunterricht oder der Lehrerfortbildung, wie sich Kultusminister Althusmann in Esens zuversichtlich zeigte. Aber ganz unabhängig von diesen guten Zukunftsaussichten waren die Langeooger Schülerinnen und Schüler am Ende froh, dass die mediale Aufmerksamkeit erstmal vorbei ist, und alle im Schulalltag Erfahrungen mit dem virtuellen Klassenzimmer sammeln können.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie auch im Anzeiger für Harlingerland.

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