Schlupferfolg der Uferschnepfe deutlich verbessert

Am 14.01.2019 Von: Nationalparkverwaltung

Im Dezember letzten Jahres wurde bei dem regelmäßig stattfindenden Runden Tisch zum LIFE-Projekt „Wiesenvögel“ der aktuelle Projektstand auf Langeoog vorgestellt. Auf Einladung der Nationalparkverwaltung und unter der Gesprächsleitung von Bürgermeister Uwe Garrels trafen sich die Jägerschaft, die Tierschutzgruppe und die Nationalparkwacht zu einem regen Gedankenaustausch. Wie schon mehrfach berichtet, ist Langeoog seit 2011 ein Teilgebiet des niedersachsenweiten LIFE-Projektes zum Schutz der Wiesenvögel, insbesondere der Uferschnepfe.

Der Diplom-Biologe Hartmut Andretzke vom Fachbüro BIOS-Norderney arbeitet im Auftrag des Projektes seit einigen Jahren auf Langeoog. Er stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse der Maßnahmen vor. Inseln sind weltweit Hochburgen der Artenvielfalt (Biodiversität). Die Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind bedeutende Rückzugsräume für über 200 Vogelarten, u.a. auch Wiesen- und Küstenvögel. Langeoog hat mit gegenwärtig etwa 20 Paaren eine hohe Verantwortung beim Schutz der vom Aussterben bedrohten Uferschnepfe.

Das Meedland und die Melkhörnweiden am Großen Schlopp stellen bedeutende Brutgebiete dieser Vogelart dar. Das dortige Inselgrünland wird extensiv genutzt, was dem Schutz der Wiesenvögel unmittelbar zu Gute kommt. Gleichwohl sind die Langeooger Brutbestände der Uferschnepfe seit Jahren rückläufig. Eine Ursache ist der zu geringe Bruterfolg der Uferschnepfen. Seit 2012 zeigen die Ergebnisse der Untersuchungen, dass nur sehr wenige Küken überhaupt schlüpften. Entsprechend konnten nur sehr wenige Jungvögel flügge werden. Die eingesetzten Nestkameras haben dabei dokumentiert, dass ein Großteil der Uferschnepfeneier durch Igel und die Küken durch verwilderte Hauskatzen geräubert (prädiert) wurde (siehe Fotos).

Andretzke erläuterte den Zuhörern: „Igel sind kein natürlicher Bestandteil der Inselnatur, sondern wurden von Menschen eingeschleppt. Inseln sind von Natur aus frei von Raubsäugern und die dort brütenden Vögel haben keine Abwehrmechanismen gegenüber Bodenprädatoren.“

Daher wurde im Jahr 2016 am Runden Tisch gemeinsam zwischen allen Beteiligten ein Konzept zum Umgang mit den Prädatoren Igel und Katze aufgestellt, das u.a. neben dem großflächigen Lebendfang der Igel außerhalb der besiedelten Bereiche auch eine finanzielle Beteiligung an den Kastrationskosten für verwilderte Katzen aus Projektmitteln beinhaltet.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden insgesamt 200 Igel aus den unbewohnten Inselteilen und dem Nationalparkgebiet abgesammelt. Die Igel wurden dann in ihre natürlichen Lebensräume, wie die Wallheckenlandschaften Ostfriesland, verbracht. Damit wurde vermutlich bereits ein Großteil des Igelbestandes auf Langeoog aus den Brutgebieten entfernt. Der Erfolg der Maßnahme stellte sich relativ schnell ein: War 2017 auf den Grünlandflächen am Großen Schlopp aus den Gelegen der Uferschnepfen kaum ein Küken geschlüpft, so lag der Schlupferfolg in 2018 bei über 80%. „Wir bewerten dies als ersten Erfolg zum Schutz der Uferschnepfe, allerdings sind wir noch nicht am Ziel“, sagte Hartmut Andretzke. „Trotz des guten Schlupferfolges wurden am Ende doch nur wenige Jungvögel flügge. Die Küken verschwanden über Nacht. Mit Hilfe von Wärmebildkameras haben wir beobachtet, dass die Küken nachts von wildernden Katzen gefressen wurden“, führte der Biologe weiter aus. Dabei zeigten die Untersuchungen weiter, dass die Katzen auf der gesamten Insel vom Flinthörn bis zum Osterhook in hoher Dichte vorkommen und einzelne Katzen die Flächen systematisch durchstreiften, bis sämtliche Küken aufgefressen waren. Die Enttäuschung aller Beteiligten war groß, als sich zeigte, dass der Bruterfolg deshalb insgesamt kaum besser als 2017 war.

Alle beteiligten Gruppen appellierten daher an die Katzenhalter auf Langeoog, der Kastrationspflicht für Katzen nachzukommen. So kann jeder Katzenhalter mithelfen, die Zahl der Katzen insgesamt, aber vor allem die Zahl der aus der Ortschaft abwandernden Katzen zu beschränken und damit einen Beitrag zum Erhalt dieser schönen und für die Region so typischen Wiesenvögel zu leisten. Gleichzeitig wird damit die Arbeit der Tierschutzgruppe Langeoog unterstützt, die sich so um weniger herrenlose und dadurch häufig leider auch verwahrloste Katzen kümmern muss.

Bürgermeister und Nationalparkverwaltung nutzten die Gelegenheit, allen Beteiligten und insbesondere der Jägerschaft und der Katzen- und Igelschutzgruppe auf Langeoog großen Dank für die immer sachliche, konstruktive und an der Problemlösung orientierte Zusammenarbeit auszusprechen.

Das LIFE-Projekt zielt darauf ab, in verschiedenen niedersächsischen Vogelschutzgebieten durch Landerwerb, Wassermanagement und extensive Bewirtschaftung die Uferschnepfe und den Wachtelkönig als Zielarten zu schützen und zu fördern. Weitere Wiesenvogelarten wie Kiebitz, Brachvogel oder Rotschenkel profitieren ebenfalls von den Schutzmaßnahmen. Niedersachsen besitzt beim Schutz der Wiesenvögel eine große Verantwortung.

Das Projekt finanziert sich zu 60 Prozent aus EU- und zu 40 Prozent aus Landesmitteln. Der Projektträger ist das Land Niedersachsen, das auf Langeoog durch den Nds. Landesbetrieb für Wasser, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vertreten wird.

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