Neue Rettungswache ist Wertschätzung für die Retter

Am 18.05.2019 Von: Klaus Kremer

Das Provisorium ist endlich beendet, die Fertigstellung der neuen Rettungswache des Rettungsdienstes Mittelhessen ist daher ein sehr guter Tag für die Insel, stellte Bürgermeister Uwe Garrels am Freitagvormittag in seinem Grußwort im Rahmen der feierlichen Einweihung fest. Geschäftsführer Markus Müller ergänzte, dass die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Verbesserungen des Provisoriums zum Beispiel durch Carports auch einen Vorteil bedeutet hätten: Man hätte dann kaum jetzt eine so schöne Rettungswache gebaut, die inzwischen 20. Wache des Rettungsdienstes, der über 800 Mitarbeitende hat.

"Gut Ding will Weile haben" sagte daher auch Landrat Holger Heymann im Rückblick, lobte aber die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit von Gemeinde, Landkreis und Rettungsdienst bei der Realisierung. Die Vergabe des Rettungsdienstes an die Firma aus Marburg Anfang der 90er sei eine gute Entscheidung gewesen, es sei nicht einfach auf einer Insel eine leistungsfähige Wache zu betreiben, doch dies geschehe äußerst vertrauensvoll und zuverlässig.

Uwe Garrels freute sich, dass mit dem Landes-Grundstück am Süderdünenring nicht nur verkehrstechnisch ein Super-Standort gefunden worden sei, auch wenn der Kaufpreis von 90 Euro pro Quadratmeter für Landkreis und Gemeinde eine große Belastung dargestellt habe. Der Rettungsdienst Mittelhessen habe als hervorragender Partner für die Notfallversorgung ein Kleinod geschaffen, das beste Voraussetzungen für eine gute Arbeit für die Langeooger und ihre Gäste biete. "Wenn die Tankstelle am Bahnhof fertig gestellt wird, ist das Glück eigentlich vollkommen" scherzte er.

Architekt Gerd Kaut stellte fest, dass die Wache viel mehr sei als nur ein Zweckbau mit großer Garage. Sie biete auf 36 Metern Länge 100 Quadratmeter für die Fahrzeuge, sowie lichtdurchflutete Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und Wohnungen für die Retter aus Marburg und ihre Familien. Auch Reserveunterkünfte könnten jederzeit noch ausgebaut werden.

Markus Müller erinnerte daran, dass das Team aus MKT, Architekt und der "C+P Schlüsselfertiges Bauen" von Matthias Acker, der später symbolisch den Schlüssel überreichte, inzwischen 12 Wachen gemeinsam realisiert hätten. Man habe erstmals Erfahrungen gesammelt, auf einer Insel zu bauen und könne die Erfahrungen im kommenden Jahr bei einem ähnlichen Projekt auf Spiekeroog nutzen, dessen Bürgermeister Matthias Piszczan es sich daher nicht hatte nehmen lassen, zur Feier nach Langeoog zu kommen. Das Gebäude stelle auch eine Wertschätzung gegenüber den Dienst leistenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dar. Müller dankte Gebäudemanager Jürgen Ritter, dem stellvertretenden Betriebsleiter Klaus Zarges und dem Leiter der Langeooger Wache Michael "Ülk" Agena für ihr ganz besonderes Engagement bei diesem Projekt. Feierlich wurde ein Schild enthüllt, das dem Weg um die Wache den Namen "Ülk-sin-Pad" gibt.

Gastgeschenke gab es auch von den künftigen Nachbarn der Feuerwehr, überreicht von Gemeindebrandmeister Olaf Sommer, und von den Seenotrettern um Vormann Sven Klette.

Neben den Rettungsfahrzeugen, die nach jüngsten Inspektionsarbeiten auch ein Blaulicht haben, obwohl dies auf der Insel eigentlich nicht notwendig ist, findet in der Wache auch ein spezieller Geräteanhänger zur Gefahrenabwehr Platz. Er enthält die wichtigsten Rettungsmittel, wenn zu einem großen Anfall an Verletzten kommt, zum Beispiel bei einem Feuer in einem Hotel oder beim Umsturz einer Kutsche. Die Ausrüstung wurde von den Gästen interessiert in Augenschein genommen.

MKT, Tochtergesellschaft des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH), erbringt bereits seit 1992 den öffentlichen Rettungsdienst im Auftrag des Landkreises Wittmund auf den Nordseeinseln Langeoog und Spiekeroog. Feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Inseln sichern die Kontinuität an den beiden Wachenstandorten. Sie werden durch Mitarbeitende aus Mittelhessen verstärkt, die im Zwei-Wochen-Rhythmus anreisen und Dienste auf der Insel übernehmen. Angehörige können mitgebracht werden. Ihre Unterbringung ist durch Personalunterkünfte sicher gestellt.

Die Wache hat eine Grundfläche von 132 m² und ist in Nachbarschaft zur Feuerwehr angesiedelt. Das Gebäude beinhaltet zusätzlich drei Dienstwohnungen und eine noch nicht ausgebaute Erweiterungsfläche. Damit ist der Standort für mögliche bauliche Veränderungen in der Zukunft gerüstet.

Rettungsdienst-Geschäftsführer Markus Müller ist überzeugt, dass die Langeooger Wache zu den schönsten Inselrettungswachen zählt – an der Nordsee und darüber hinaus. „Gäbe es hierzu einen Wettbewerb, hätten wir Chancen auf einen der ersten Plätze“, bekräftigte er. Die funktionale und wertige Ausstattung der Wache und der Unterkünfte solle dazu beitragen, dass man hier nicht nur gut, sondern auch gerne arbeitet. „Die Arbeit auf Langeoog ist für unsere Mitarbeitenden eine willkommene Abwechslung, die auch die Möglichkeit zur Erholung in den dienstfreien Zeiten bietet“, so Müller. „Dafür wollen wir möglichst gute Bedingungen bieten.“

Mit den mittelhessischen Unternehmen ARTEC Architekten und Christmann + Pfeifer, die für den DRK Rettungsdienst Mittelhessen schon viele Wachen gebaut haben wurde das Bauprojekt realisiert – in Arbeitsteilung mit dem inselansässigen Unternehmen Schreiber. Als weitere Unternehmen waren auch Handwerksfirmen aus Langeoog und dem Landkreis Wittmund beteiligt. Für das Projekt wurde von den Krankenkassen bisher eine Refinanzierung in Höhe von 2,1 Millionen € zugesagt.

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