Küstenschutz-Experten setzen auf Sand

Am 14.09.2017 Von: Mayk D. Opiolla

Seit der Mensch die Möglichkeiten hat, große Mengen Sand zu bewegen, wird dieser zum Küstenschutz genutzt. Die Erforschung natürlicher und künstlicher Sedimentierung wird vor allem auch im Hinblick auf steigende Meeresspiegel immer wichtiger. 32 Expertinnen und Experten haben sich im Schleswig-Holsteinischen Husum diesen Themen gewidmet.

"Auf Dauer baut man besser mit, als gegen die Natur." — So könnte man den Titel "Building with nature" des von 2016 bis 2020 laufenden EU-Interreg-Projektes erläutern, an dem wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Fachbehörden in Norwegen, Schweden, Schottland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Deutschland teilnehmen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 6,8 Millionen Euro. Von der EU wird es während seiner vierjährigen Laufzeit zu 50 Prozent gefördert.
Auf Einladung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein (LKN.SH) traf sich nun ein internationales Team aus 32 Expert_innen in Husum.

Im Vordergrund des Treffens stand der Erfahrungsaustausch sowie die Vorstellung künftiger Projekte rund um das Thema "Sand und Küstenschutz". Auf der nordfriesischen Insel Sylt wurde 1972 erstmalig Sand aufgespült, auf Langeoog begannen vergleichbare Maßnahmen ebenfalls in den Siebziger Jahren.

Da die Sandaufspülung auf Sylt seit 1984 jährlich erfolgt, bietet diese Insel besonders gute Voraussetzungen, um als Forschungsobjekt für Erfolg und Effekte der Küstenschutzmaßnahmen zu dienen. Unter anderem geht es darum, zu untersuchen, ob und wie der an den Stränden und im Küstenvorfeld eingebrachte Sand auch dem Wattenmeer zugutekommen kann, denn es ist fraglich, ob die natürliche Sedimentation im Wattenmeer mit dem erwarteten Meeresspiegelanstieg Schritt halten kann. Küsten- und Naturschützer haben mit der "Wattenmeerstrategie 2100" dazu ein erstes Konzept entwickelt.

Um die "Wattenmeerstrategie 2100" voranzutreiben, hat der LKN.SH die Dokumentation der Veränderungen in der Sedimenthöhe und -beschaffenheit sowie im Strömungsverhalten des Meerwassers um das Gebiet der Nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr intensiviert. Schiffe werden das Relief des Meeresbodens südlich Sylts dreimal jährlich vermessen. Der Gezeitenbereich wird jährlich durch Befliegungen laserbathymetrisch erfasst. Aus den dabei gewonnen Daten entwickelt die Dienststelle der Bundesanstalt für Wasserbau in Hamburg dann ein mathematisches Wattenmeermodell, das für die Weiterentwicklung der "Wattenmeerstrategie 2100" grundlegend werden soll. Parallel zu den Vermessungen wird auch die biologische Besiedlung des Meeresbodens gründlich untersucht, dafür werden beispielsweise Bodenproben entnommen und akustische Messungen mittels Sonar durchgeführt.

Zwar sind die Sylter Verhältnisse nicht 1:1 auf das Niedersächsische Wattenmeer und Langeoog übertragbar, dennoch werden die durch das dortige Projekt erzielten Erkenntnisse auch im hiesigen Küstenschutz von Nutzen sein. Gleiches gilt für den internationalen Austausch über die Erfahrungen mit Sandaufspülungen in anderen Wattenmeer-Anrainerländern.

Auf Langeoog ist das Thema 2017 sehr präsent: Hier läuft zurzeit eine sechs Millionen teure Sandaufspülung kurz vor dem Abschluss. Dabei wird der Bereich vor dem Pirolatal mit etwa 600.000 Kubikmetern Sand verstärkt; dänische Hopperbagger sind dafür im Einsatz. Das Projekt wird als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern finanziert und stellt die bisher größte Küstenschutzmaßnahme auf den Ostfriesischen Inseln dar; Langeoog News berichtete ausführlich darüber.

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