Kronen von Windflüchtern ausgelichtet

Am 03.05.2016 Von: Klaus Kremer

Als Joshua und Jan Feldmann am Montagvormittag ihren Arbeitsplatz einnahmen, bekamen viele der Gäste, die das Geschehen interessiert verfolgten, schon vom zusehen weiche Knie. In luftiger Höhe über der Barkhausenstraße nahmen die Mitarbeiter der Baumkletterei Feldmann aus Huntlosen bei Oldenburg einen Rückschnitt zur Pflege der Baumkrone der großen Windflüchter vor, um Passanten vor dem Herabfallen morscher Äste zu bewahren und gleichzeitig die Bäume durch Kronenauslichtung zu sichern.

Die Kronen der Bäume wachsen über die Dächer hinaus und sind sehr dicht geworden, so dass sie bei Stürmen großen Belastungen ausgesetzt sind. Das erkennt man bei diesen Bäumen auch an der Form, sie wachsen nach Südosten. Für die erfahrenen Baumkletterer bedeutete das eine besondere Herausforderung, da in gerade gewachsenen Bäumen das Klettern einfacher und sicherer ist.

"Was ist ein Windflüchter?" - Die Antwort auf diese Frage wäre im September 2010 500.000 Euro Wert gewesen, als Günter Jauch sie in seiner RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" stellte. Der Kandidat musste passen, denn ihm war der Begriff nicht bekannt. In Ostfriesland und auch auf Langeoog sind sie immer wieder zu sehen, doch viele Einheimische und Gäste kennen den Fachbegriff nicht: Windflüchter sind Bäume und Sträucher, deren Wuchs durch vorwiegend aus einer Himmelsrichtung wehenden Wind bestimmt wird. In Ostfriesland werden sie auf Plattdeutsch als Windlooper, also „Windläufer“, genannt.

Da der Wind an der Küste vorwiegend aus westlichen Richtungen weht, haben viele Bäume sich angepasst und ihre Form danach so ausgerichtet, dass sie dem Wind keine zu große Angriffsfläche bieten. Vor dem Bahnhofsgebäude befindet sich zum Beispiel eine Windschneise, die den jungen Bäume bereits eine außergewöhnliche aufgezwungen hat.

Die Vegetation stellt sich so auf die vorherrschenden Wetterbedingungen  ein und wählt eine Form, die zu möglichst geringen Beanspruchungen für Stamm und Äste führt. Die kleinen Äste wachsen daher verstärkt im Windschatten des Stammes und der starken Äste und auch der Stamm weist eine Schiefstellung aus, die zu einer gewissen Aerodynamik des Baumes führt. Auch die Jahresringe von Windflüchtern sind exzentrisch angeordnet, denn auf der Luv-Seite entwickelt sich der Stamm langsamer. Unter der Erde setzt sich das fort, die Wurzeln haben sich auf den Widerstand gegen westliche Winde spezialisiert, der Orkan Christian aus der ungewohnten Richtung Südost erwischte viele Bäume im Wäldchen der Insel auf dem "falschen Fuß" und knickte sie um.

Auf Langeoog bietet sich die Suche nach Windflüchtern auf Radtouren als Thema mit Kindern an. Immer wieder begegnet man auf der Insel entsprechend interessanten Fotomotiven.

 

 

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