Klima ist auf Langeoog ein großes Thema

Am 07.11.2018 Von: Klaus Kremer / Mayk Opiolla

Der Klimawandel und seine Folgen standen im Mittelpunkt eines Aktionstages im Haus der Insel, zu dem Germanwatch und die Inselgemeinde aus Anlass der Klage von zehn Familien gegen die Klimapolitik der EU eingeladen hatten. Dazu zählt auch die Langeooger Familie Recktenwald. Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion im Saal 1 am Abend.

Stefan Rostock (Germanwatch) moderierte den Abend, Bürgermeister Uwe Garrels leitete den Abend mit einem Grußwort ein. HauptdiskutantInnen waren Meike Recktenwald (Klägerfamilie), Prof. Dr. Gerd Winter (Anwalt der Klagenden und Umweltrechtler), Christoph Bals (Germanwatch) sowie Dr. Alexander Nauels (Klimaforscher, Climate Analytics). Auch ein Vertreter der AG Bäuerliche Landwirtschaft lieferte spannenden Input ("Wir Landwirte sind Opfer und Täter zugleich") sowie eine Insulanerin von der nordfriesischen Insel Pellworm, die Biologin ist und eine ökologische Landwirtschaft betreibt. Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven, sprach auf dem Podium vorrangig als Ornithologe und berichtete Erschreckendes zu den potentiellen Folgen des Klimawandels auf den Vogelzug und den Fortbestand der Arten.

Auch Personen aus dem Publikum, darunter zwei Langeoogerinnen und ein Langeooger, nutzten die Möglichkeit, sich auf der Bühne zum Thema zu äußern. Teils wurden die Argumente sehr emotional vorgetragen, insbesondere von Menschen mit Familie: Wenig verwunderlich, sind doch die Folgegenerationen dem Klimawandel, wie er heute prognostiziert wird, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, sollte kein drastisches Umdenken und keine messbare Verhaltensänderung stattfinden. Als Vertreterinnen der  Folgegeneration wurden dann zwei junge Frauen auf die Bühne gebeten, deren Statements etwas Hoffnung keimen ließen: Nachhaltigkeit gelte zunehmend als "cool", was sich beispielsweise am Trend der Unverpackt-Läden abzeichnet. Die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen der Diskutierenden mit dem Thema "Klimawandel" wurden von den Experten mit Zahlen und Fakten untermauert, mit eindeutigem Resultat: "Ein Leugnen des menschenverursachten Klimawandels würde jeder wissenschaftlichen Erkenntnis widersprechen."

Aber noch könne etwas geschehen, selbst wenn insbesondere der Meeresspiegel nur langsam auf Veränderungen reagiere. Durch diese Worte endete die fast dreistündige Veranstaltung nicht ohne Hoffnung, wiewohl die Herausforderung bleibt, noch mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Denn wirklich gut besucht war der Vortrag leider nicht.

Zuvor hatten sich interessierte Langeooger und Gäste im Rahmen eines "Markt der Möglichkeiten" und eines Workshops mit den Optionen zur Einflussnahme auf die Entwicklung des Weltklimas für jeden Einzelnen beschäftigt. Die Kernaussage aller Beteiligten war, dass es auf jedes Detail ankommt, um das große Ziel der Reduzierung der Erderwärmung zu erreichen.

Mit Ständen vertreten war Germanwatch, die die Klage gegen die EU aktiv unterstützen, die Langeooger Ortsgruppe der Grünen um Bärbel Kraus, Christel Sommer und Vanessa Schmidt, die Firma Erneuerbare Energie Nord mit Jörg Wächter und Günter Zielke sowie Deike Neumann und Frank Niemeier, die sich auf Langeoog unter anderem für Fairen Handel und den Eine-Welt-Laden engagieren. Hier ging es neben weiteren Themen um die Verpackung sowie die Energie- und CO2-Bilanz von Lebensmitteln.

Holger Voigt und Stefan Rostock zeigten, wie schon am Vormittag in der Inselschule, Live-Satellitenbilder von Meteosat, um diese mit Archivbildern zu vergleichen und die Entwicklung von Gletschern, Wüsten und Meeresspiegel zu demonstrieren. Stefan Rostock warb zudem dafür, dass es nicht nur Aufgabe der Politik und der Unternehmen sei, umzusteuern. Auch das persönliche Handeln habe einen großen Einfluss auf das Klima,  wenn jeder aktiv daran mitwirke, seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Zu den fünf wichtigsten Themen gehörten dabei die Nutzung von Ökostrom, ein zukunftsfähiges Mobilitätsverhalten, Konsum und Ernährung, energiebewusstes Leben sowie zukunftsfähige Geldanlagen.

Der Klimaaktionstag hat überregionales Interesse bei den Medien gefunden, zu Gast waren Holger Bloem (Ostfrieslandmagazin), Daniela Marquardt (Schwedischer Rundfunk), Axel Rowohlt (Deutsche Welle), Nicola Nordring (Ostfriesen-Zeitung) und Stefan Krücken (Verleger Ankerherz Verlag)

 

 

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