Katastrophenschützer setzen auf Bilder aus der Luft

Am 27.10.2017 Von: Klaus Kremer

"Dürfen wir fragen, was Sie hier machen?" - Das Interesse an ihrer Arbeit war groß und sie beantworteten bereitwillig die vielen Fragen: Eine Forschergruppe aus Braunschweig ist seit Anfang der Woche auf Langeoog, um den Einsatz von Drohnen im Küsten- und Katastrophenschutzeinsatz zu erproben.

Beteiligt sind Teams des Instituts für Flugführung um Martin Becker, des Instituts für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge um Jan Schattenberg und die Firma Gravionic des gebürtigen Insulaners Ralf Heyen in Kooperation mit der Abteilung Vermessung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) um Holger Dirks und der Feuerwehr Braunschweig, die die Anforderungen formuliert haben und die Arbeiten begleiten.

Ziel des Forschungsvorhabens ist, schnell Daten zur Lageaufklärung im Katastrophenschutz aus Gebieten zu liefern, in die Helfer nicht oder nur mit großem Aufwand gelangen können. Dabei geht es zum Beispiel um die Überprüfung von Deichen oder Dünen am Meer oder an Flüssen, um Einschätzungen über Handlungsbedarf an neuralgischen Punkten zu ermöglichen.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Personensuche, denn die Drohne kann nicht nur mit normalen RGB-Kameras für Bilder und Videos und Laserscanner für 3D-Aufnahmen bestückt werden, mit Hilfe von Wärmebildkameras kann man sehr schnell vermisste Menschen suchen, ohne dass sich die Retter unmittelbar selbst in Gefahr begeben.

Die Drohne hat eine Reichweite von einem Kilometer und kann mit einer Akku-Ladung gut 30 Minuten in der Luft bleiben. Sie ist mit einer GPS-Steuerung ausgestattet, so dass sie selbst bei Wind ortsstabil am Himmel stehen bleibt. Auch leichte Böen kann sie ausgleichen, auch wenn die aktuelle Technik noch nicht bei Sturm einsetzbar ist. Hier ist aber mit einer weiteren Entwicklung der Technik zu rechnen.

Auf Langeoog kam die Drohne Hugin von AirRobot im Wert von ca. 70.000 Euro zum Einsatz. Beim Hochwasser der Oker in Braunschweig kam das System bereits zum Einsatz, der NDRF berichtet darüber, die Reportage kann man in der Mediathek abgerufen werden.

Nicht nur aus der Luft kann man Daten gewinnen, die gleiche Sensorik kommt auch in einem Bodenfahrzeug zum Einsatz. An den Langeooger Dünen am Übergang Gerk-sin-Spoor wurden mit beiden Systemen die Abbruchkanten aufgenommen, um eine Zusammenführung der Daten zu erproben. Dabei kommen bei einem eintägigen Einsatz schnell 160 GByte an Daten zusammen, deren Übertragung und Auswertung Zeit beansprucht. Aber auch Livebilder direkt aus der Luft sind für die Einsatzkräfte bei der Beurteilung der Gefahrenlage verfügbar.

Vermittelt hatte den Einsatz auf Langeoog Ralf Heyen. Der Langeooger ist Geschäftsführer der Geo-Service-Firma Gravionic, die eng mit der TU Braunschweig zusammenarbeitet. Er wusste, dass Langeoog für die Erprobung ideale Bedingungen aufweist.

Das DLR Raumfahrtmanagement fördert das Projekt „ANKommEn“ für die TU Braunschweig mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Umfang von rund einer Million Euro.

 

 

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