In Liebe und Leid zwischen USA und Deutschland

Am 11.12.2018 Von: Mayk D. Opiolla

Peggy Newby, gebürtige Kanadierin und aufgewachsen in Kalifornien, erholt sich mit ihrem Mann nach nach schwerer Krankheit für eine Woche auf Langeoog. Ermöglicht hat dies der Verein "Auszeit für die Seele e.V.", über dessen Aufgabe Langeoog News bereits in einer früheren Ausgabe berichtet hatte.

Der Verein mit Sitz in Bönen/Westfalen ermöglicht Menschen, die aufgrund einer durchlittenen Krebserkrankung wenig eigene Mittel für einen Erholungsurlaub haben, einen Urlaub an der See, um an Körper und Geist neue Kraft zu gewinnen. Dafür verfügt der Verein über einen Pool an hilfsbereiten Vermieter_innen, die ihre Ferienwohnungen kostenlos oder sehr günstig zur Verfügung stellen; Anreise und Auslagen werden, wo möglich, durch Spenden finanziert.

Peggy Newbys deutscher Ehemann Uwe war bereits als Kind einmal auf Langeoog, für seine Frau ist es der erste Besuch auf der Insel. Da die 57jährige erst seit eineinhalb Jahren in Deutschland lebt, wird das Interview auf Englisch geführt. Was ihr am Besten an der Insel gefällt, fasst sie aber sehr prägnant mit zumindest einem deutschen Wort zusammen: "No Autos!" Sie genieße die Ruhe hier, die leeren Straßen, die Weite. Auch Wind und Regen machen ihr nichts, im Gegenteil. Bereits nach zwei Tagen sei Entspannung spürbar, so die bewundernswert starke und trotz allem lebensfroh wirkende Frau. "Irgendetwas macht hier 'Klick'", erzählt sie weiter, und damit ergeht es ihr wohl wie vielen Langeoog-Erstbesuchern: Es ist einfach Liebe. Auch die Fährüberfahrt habe sie bereits sehr genossen. Denn auch an ihrem alten Wohnort Seattle/Washington habe sie täglich mit der Fähre übersetzen müssen. Generell möge sie eher kleine Orte, und: "Das beschauliche Dorf hat etwas Nostalgisches an sich; ein bisschen, als stünde hier die Zeit still."

Langeoog bringt, so scheint es, wirklich einen Moment Ruhe in Herz und Seele. Und Peggy Newby hatte wahrlich kein leichtes Leben. Geboren 1961 in der Nähe von Winnipeg/Provinz Manitoba, Kanada, immigrierte ihre Familie 1963 in die USA, wo Peggy Newby in Santa Barbara/Kalifornien aufwuchs. Das Meer ist ihr also sehr vertraut. Später ließ sie sich in Arizona nieder, bekam drei Kinder, wurde erfolgreiche Unternehmerin. Die Krebsdiagnose vor neun Jahren änderte alles. Ein faustgroßer Tumor am Eierstock, Operation in Phoenix, Chemotherapie. Ihre Lebenserwartung? "Noch ein Jahr" sagten die Ärzte und rieten zur Bestrahlung — bei dieser Art von Tumor eigentlich nicht üblich, aber: "Ich hatte nichts mehr zu verlieren", erinnert sich Peggy Newby gefasst. Die kombinierten Therapien schlugen an, wiewohl natürlich mit zahlreichen Neben- und Nachwirkungen verbunden, darunter Neuropathien. Temporäre Arbeitsunfähigkeit folgte; das Unternehmen musste verkauft werden, auch ein Umzug nach Seattle zu ihrer Schwester, die sie bei sich aufnahm und sich um sie kümmerte, wurde notwendig. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt zwar schon aus dem Haus, wohnten aber noch in der Nähe. Auch ihre Kinder mit dem Umzug in einem anderen Bundesstaat zurücklassen zu müssen, schmerzt Peggy Newby bis heute.

Ein wenig Glück kehrte in ihr Leben zurück, als sie ihre Schwester auf eine Europareise begleitete, und dort — durch eine Reihe schier unglaublicher Zufälle — ihren heutigen Ehemann kennenlernte, der über Umwege schon lange mit ihrer Familie bekannt war, ohne dass beide voneinander wussten. Nach einigen Besuchen und Gegenbesuchen wurde 2016 in Las Vegas geheiratet; es folgte der Umzug nach Deutschland, wo Peggy Newby aufgrund eines Rezidivs leider erneut Bestrahlungszyklen über sich ergehen lassen musste. Zur Zeit gehe es ihr aber verhältnismäßig gut und der Tumor sei nicht weiter gewachsen oder habe gestreut, erzählt die tapfere Frau mit beeindruckender Offenheit.

Auf Langeoog erfuhren sie nicht nur durch ihre Vermieter Hilfsbereitschaft, sondern auch von der Inselgemeinde, vertreten durch Susanne Wittenberg. Von ihr erhielten beide neben vielen Informationen über die Insel auch LangeoogCards, die sie bereits für einen Schwimmbadaufenthalt nutzen konnten. An Unternehmungen möchte das Paar in den restlichen Tagen vor allem lange Spaziergänge machen und sich einfach ein bisschen treiben lassen: Ankommen, aufatmen, erholen. Eben: Eine "Auszeit für die Seele" genießen.

Über die Arbeit des Vereins informiert dessen Website:

 http://auszeit-fuer-die-seele.blogspot.com/

 

 

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