In aller Stille Hundertjähriges gefeiert

Am 06.12.2018 Von: Herbert Grohmann

Zwei Eiserne Ladies im besten Alter haben dieses Jahr in aller Bescheidenheit und Stille zusammen ihr Hundertjähriges gefeiert. Die beiden Fahrgastschiffe MS FLINTHÖRN und MS LANGEOOG I wurden - mit nur zwei Tagen Altersunterschied - im Februar 1968 auf Kiel gelegt und haben beide im selben Jahr ihren Dienst aufgenommen. Wir nehmen dies zum Anlass, beide Schiffe in der Langeoog News vorzustellen. Teil 1 zur MS LANGEOOG I erschien am letzten Dienstag.

 

MS FLINTHÖRN

 

Nur zwei Tage nach der LANGEOOG I wurde die MS FLINTHÖRN auf Kiel gelegt. Gebaut wurde sie von der Krögerwerft – damals ansässig in Rendsburg, heute am Nord-Ostsee-Kanal und ganz auf Luxusyachten spezialisiert. Auch die MS FLINTHÖRN ist ein Schiff, das in Rekordzeit gebaut wurde. Nach 108 Tagen lief sie vom Stapel, eine Woche später wurde sie an den Eigner ausgeliefert.

Die Baunummer 1363 war ein Auftrag der Kieler-Verkehrs A.G., Abtlg. Schiffahrt. Getauft auf den Namen MÖNKEBERG trat sie ihren Dienst als Fördedampfer im öffentlichen Nahverkehr an wie die LABOE, die HOLTENAU und die FALKENSTEIN. Rechts und links der Förde fuhren die Dampfer 13 Stationen an. Die MÖNKEBERG / FLINTHÖRN tat dies 22 Jahre lang – die längste Zeit unter einer Flagge und einem Namen. In dieser Zeit erlebte sie auch das glanzvollste Ereignis ihrer bisherigen Geschichte: Während der Olympischen Segelregatten vom 29. August bis 8. September 1972 im Olympiazentrum Schilksee wurde sie auf der Förde als offizielles Regattabegleitschiff eingesetzt.

Am 22. Januar 1990 wurde die MÖNKEBERG verkauft. Die Insel- und Halligreederei Kurt Paulsen erwarb das Schiff, nach einigen Monaten wurde es in ADLER III umgetauft – unterwegs auf Fahrten zwischen Nordstrand, List, Usedom, Swinouscjie, Ueckermünde und Heringsdorf. Im Juli 2001 wurde ADLER III nach Panama ausgeflaggt und als ATENA für Fahrten von Swinemünde nach Usedom und Kamminke verchartert. Der nächste Eigner wurde am 1. November 2004 Kapitän Alexander Klein der Fahrgastschiffsreederei MS Fembria. Ab 10. März 2005 fuhr sie dann als FEMBRIA von Heiligenhafen und Burgstaaken aus. Sieben Monate später wird das Schiff wieder unter deutsche Flagge gebracht und unter neuem Namen registriert. Als FEODORA fuhr sie danach auf der Flensburger Förde zwischen Flensburg und Kollund sowie Flensburg, Gråsten und Langballigau und später zwischen Langballigau und Sonderborg. Im November 2010 verholte das Schiff nach Maasholm und bediente von dort aus Ausflugsfahrten.

Im Frühjahr 2012 wird die FEODORA auf einer Kieler Werft gesichtet. Als sie am ersten Wochenende im März die Werft verlässt, prangt gut lesbar ein neuer Name am Bug: FLINTHÖRN. Kapitän Holger Damwerth ist nun der Eigner des Schiffes und nimmt Kurs auf den neuen Heimathafen der alten Lady. Ein vielstimmiges Signalhorn-Orchester trötet zur Begrüßung, als die MS FLINTHÖRN zum ersten Mal die Einfahrt des Langeooger Hafens passiert.

Fünf Jahre lang bot die MS FLINTHÖRN Ausflugs-, Abenteuerfahrten und Seebestattungen rund um die Insel an. Am 3. April 2017 aber endete das 90jährige Monopol der Inselschifffahrt und die MS FLINTHÖRN nahm den regelmäßigen Fährverkehr zwischen Insel und Festland auf.

Silke L. kommt regelmäßig auf die Insel. Sie arbeitet auf Langeoog, wohnt aber am Festland. Das neue Schiff im Hafen von Bensersiel war ihr schon aufgefallen. Es kam ihr bekannt vor, doch eine FLINTHÖRN kannte sie nicht. „Ich habe zu Hause danach gegoogelt, und da habe ichs gefunden. Es war die alte MÖNKEBERG, auf der ich als Kind im Sommer zum Baden an den Strand gefahren bin.“ So ganz mag sie es zuerst nicht glauben, doch an Bord, als sie wie damals auf der runden Bank auf dem Achterdeck sitzt, ihrem alten Lieblingsplatz, wird es für sie eine Zeitreise. Um ganz sicher zu sein, fragt Silke L. den Kapitän, und Holger Damwerth bestätigt ihr, dass die alte Lady früher einmal MÖNKEBERG hieß.

„Ich freue mich, dass das Schiff noch existiert. Das sind eine Menge nostalgische Erinnerungen. Auch innen hat sich kaum etwas verändert. Nur viel größer ist es in meiner Erinnerung gewesen.“

 

Fotos: Grohmann (3), Fotos der MÖNKEBERG (4) Stadtarchiv Kiel, Friedrich Magnussen

 

 

 

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