Geh und folge mir nach!

Am 16.04.2018 Von: Mayk D. Opiolla

Diesem Aufruf Jesu Christi folgen nun 5 junge Langeoogerinnen und ein Langeooger, die am kommenden Sonntag konfirmiert werden. Den Abschluss ihrer Katechese feierten sie mit einem Gottesdienst zum Thema "Der Weg zu deinem Sinn des Lebens."

Mareikje Matzies, Annelie Barenthin, Finn Janßen, Jasmin Dähn, Greta Frech und Emilia Schadel hatten sich bereits eine Stunde vor Beginn des Vorstellungsgottesdienstes um Pastor Christian Neumann versammelt, wo sie noch einmal den Ablauf durchgingen: Verständlicherweise mit einiger Aufregung.

Im Altarraum war ein rundes Labyrinth aus Sand angelegt worden, in das die Jugendlichen in akribischer Feinarbeit Gänge geharkt und diese mit Kieseln markiert hatten. Das Zentrum des Labyrinthes: Eine Kerze.
Oder vielleicht doch etwas ganz anderes? — Genau darum sollte es in diesem Gottesdienst gehen.

Zum Auftakt, nach Erstummen des Geläutes, ertönte ein zartes Violinenspiel von der Empore, begleitet auf der Kirchenorgel. Eine wunderschöne Musik, an deren Stelle um ein Haar unfreiwillige Stille getreten wäre, denn Inselkantorin Noémi Rohloff, die eigentlich musizieren sollte, war aufgrund eines privaten Notfalls nicht verfügbar. Von "Notlösung" indes konnte bei ihrer Vertretung keine Rede sein, denn an ihrer Statt hatten sich zwei andere Berufsmusiker spontan bereiterklärt, die Begleitung des Gottesdienstes zu übernehmen: Godela Bozzeti (Violine) und Friedemann Dipper (Orgel) waren es, die die Inselkirche so virtuos zum Klingen brachten — obwohl sie eigentlich erst am Abend im Beiboot für ein Kammerkonzert eingeplant gewesen waren.

Bis auf ein Schlusswort des Pastors wurde der Gottesdienst komplett von den zu Konfirmierenden selbst gestaltet, von den Begrüßungsworten über Lesung und Predigt bis hin zu den Gebeten.

"Geh und folge mir nach" aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (19,26) war an diesem Tage aber nicht nur Teil der Lesung, sondern auch Teil der Zukunft der sechs jungen Menschen im Altarraum als künftiges Mitglied der evangelisch-lutherischen Inselgemeinde.

Aber um einen Weg einschlagen zu können, muss man doch erst wissen, wo man steht, wo man hinwill, oder? In der heutigen Zeit ist das gerade in Bezug auf den Glauben nicht so einfach; werden vielerorts junge Menschen doch nur noch konfirmiert oder getauft "weil man das halt so macht" — und die manches Mal eher kirchenfern gewordenen Eltern können dann auch nur bedingt helfen. Was also macht ein junger Mensch, der mit seiner Gottesbeziehung gerade erst am Anfang steht, der noch in so vielen Bereichen nach einem Weg sucht, nach einem Sinn, einer Mitte? "Das Leben ist oft wie ein großes Labyrinth" stellten die Konfirmandinnen und der Konfirmand dann auch folgerichtig fest, und es war ein langer Prozess während der Vorbereitungszeit, um der Frage nach der Mitte, dem Ziel des eigenen Lebens, auf den Grund zu gehen. Dass sich alle darüber gründlich Gedanken gemacht hatten, wurde während der zweiteiligen Predigt deutlich, die jeweils ebenso filigran wie ergreifend von leiser Musik untermalt wurde.
Ist Reichtum ein Ziel, beruflicher Erfolg, viele Reisen? Spontan dachten wohl einige so. Oder kann man nicht auch einfach nur vor sich hinleben, ganz ohne die Frage nach einem Ziel oder Sinn? Aber dann kam die Frage nach dem "Mehr", nach dem, was bliebe, wenn alles Erstgenannte wegbräche. Schnell wurde den Jugendlichen klar: Liebe ist erstrebenswerter, Glück, Familie, Frieden. (Dass das Wort "Gesundheit" in ihrer Auflistung nicht fiel, sei — der Jugend geschuldet — verziehen.)
Und schließlich kam auch noch der ins Spiel, der bei einer Konfirmation nicht ganz unwichtig ist, nämlich Gott. Sollte nicht ER die Mitte des Lebens sein, und sind nicht die 10 Gebote der zuverlässigste Wegweiser durch das Labyrinth des Lebens? 

Klar wurde den Sechs auch, dass sich Ziele und Ideale, die Vorstellungen von Sinn und Sinnhaftigkeit im Laufe des Lebens noch manches Mal ändern: Mit dem Alter, der Lebenserfahrung, der persönlichen Gotteserfahrung. Und so wurde das große Labyrinth am Boden zusätzlich in vier Abschnitte unterteilt, wie auch das Leben: In Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter.

Hernach wurde die Gemeinde aufgefordert, sich eigene Gedanken zum Thema zu machen und mit einem persönlichen Gebet die Kerze ins Labyrinth zu stellen, die man an der Tür in Empfang genommen hatte. Entzündet wurden die Kerzen von Konfirmandinnen und Konfirmand. Ein schönes Ritual, an dem fast alle dankbar teilnahmen.

Auch die eigentliche Vorstellung übernahmen die Jugendlichen selbst, indem sie jeweils etwas über die Nebenfrau/den Nebenmann erzählten: Name, Hobbys, Konfirmatonsspruch.

Nach dem Schlusslied, dem bekannten irischen Segenslied "Möge die Straße", betrat Pastor Christian Neumann erstmals den Platz am Lesepult und resümierte den Gottesdienst mit einem zufriedenen "Ich glaube, wir können die Sechs nächsten Sonntag konfirmieren."




 

 

 

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