Fortbildung der Langeooger Seenotretter

Am 13.06.2018 Von: Mayk D. Opiolla

Das Wochenende der Langeooger Seenotretter stand ganz im Fokus der Weiterbildung. Dazu waren Vormann Peter Henning und Mannschaft mit dem Seenotrettungskreuzer EUGEN aus Norderney nach Langeoog gekommen sowie die Ausbilderbesatzung  des SRB WALTER ROSE aus Schilksee.
Die zweitägige Aus- und Weiterbildung wurde von drei Ausbildern der DGzRS unter der Leitung von Thomas Baumgärtel durchgeführt, der die Ausbildungsschwerpunkte Brückendienst und technische Navigation innehat. Baumgärtel ist Rettungsmann auf der HERMANN RUDOLF MEYER, Station Bremerhaven. An seiner Seite standen Kay Trottnow als Ausbilder in Medizin und Motorenkunde (3. Maschinist auf der HANS HACKMACK, Station Grömitz) und Dietmar Birkenhagen, Ausbilder für Maschinenkunde und Brückendienst, der als Freiwilliger auf der HENRICH WUPPESAHL in Neustadt fährt.


Ein hoher Ausbildungsstand der Seenotretter ist die Voraussetzung für eine gute Rettungsarbeit. Um diesen zu gewährleisten, hat die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) eine Ausbildungsstation in Neustadt, Schleswig-Holstein. Als Gäste im Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr (EAZS) der Marine werden Brandbekämpfung, Leckabwehr und viele andere Dingen trainiert, die großes und aufwändiges Equipment voraussetzen. Ein anderer Teil des Ausbildungsweges ist die sogenannte "stationsinterne Ausbildung", wie sie dieser Tage auf Langeoog erfolgte. Hierbei wird das Training auf den einzelnen Rettungsstationen mit den eigenen, durch die tägliche Arbeit vertrauten Booten und Navigationsmitteln durchgeführt.

Für diese Art der Ausbildung vor Ort wird von der Zentrale in Bremen ein Ausbildungsteam mit eigenem Boot entsendet. Das ist sowohl für die DGzRS als auch für die Retter auf der jeweiligen Station von Vorteil, weil dadurch beispielsweise kein Zeitaufwand für Anreise und Unterbringung am Ausbildungszentrum in Neustadt erforderlich ist und die freiwilligen Seenotretter am Heimatort für etwaige Einsätze verfügbar bleiben. Auch bringt es eine Kostenersparnis mit sich — da die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ausschließlich spendenfinanziert ist und die meisten Retter ehrenamtlich arbeiten, ein nicht unerheblicher Faktor.


Während des Lehrgangs auf Langeoog standen Motorenkunde, Wartung, Fehlererkennung und Beseitigung auf dem Ausbildungsplan. Für die technische Navigation stand ein Simulator zur Verfügung. Beim praktischen Teil auf dem Wasser wurde vor allem das korrekte Längsseitegehen an einem größeren Schiff sowie das Abschleppen und Manövrieren trainiert. Dazu war der Seenotrettungskreuzer EUGEN von der Station Norderney zur Inselnachbarin gekommen. Das fast 20 Meter lange Schiff mit seinem Arbeitsboot HUBERTUS stellte während der Übungen den abzuschleppenden Havaristen dar. 
"So einen 40-Tonner mit einem Seenotrettungsboot sicher und heile an die Pier zu bugsieren, ist auf jeden Fall eine Herausforderung", resümierte der Vormann der Langeooger Rettungseinheit SECRETARIUS, Sven Klette, die Übung. „Die Besatzungen haben sie aber gut gemeistert.“


Weitere Übungseinheiten auf dem Wasser betrafen das Bergen einer Person aus dem Wasser, Lenzpumpen (d.h. das Abpumpen von Wasser aus einem volllaufenden Havaristen), die korrekte Bedienung des Leinenschussgeräts für die Erstellung einer Leinenverbindung oder der Umgang mit der Notpinne bei Ausfall der Hydraulik.


Ein weiteres wichtiges Thema war die Auffrischung der medizinischen Kenntnisse der Seenotretter, denn auf See ist die Besatzung der Rettungseinheiten bis zum Eintreffen eines Arztes oder einer Ärztin oft auf sich allein gestellt. Für den medizinischen Notfall sind die Schiffe jedoch gut ausgerüstet: Größtenteils ist das vorhandene Equipment mit der Ausrüstung eines Rettungswagens identisch.
Nach den zwei gut organisierten Ausbildungstagen, konnte in der Abschlussbesprechung eine absolut positive Bilanz gezogen werden. Ausbildungsleiter Baumgärtel war mit den Langeoogern sehr zufrieden und stellte fest, dass sie ihr Handwerk verstanden, Vormann Klette sprach für seine Mannschaft den Ausbildern absolute Kompetenz, Sachverstand und hohes Engagement aus.  Man habe viel gelernt und sehe die Ausbildung auf den Stationen als sehr effektiv an.



Über die DGzRS

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt. Sie finanziert ihr Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Die Seenotretter sind auf Nord- und Ostsee bei jedem Wetter rund um die Uhr einsatzbereit — mit einer Flotte von derzeit 60 Seenotrettungskreuzern und -booten.


Mehr Informationen und Spendenmöglichkeit unter www.seenotretter.de




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