Flinthörners - Motivationsschub für Langeoog

Am 10.04.2019 Von: Klaus Kremer

"Die Shantypremiere der Flinthörners ist die Frühjahrsshow schlechthin und damit Motivationsschub für alle anderen beim Start in die neue Saison" dankte Bürgermeister Uwe Garrels den Sängern um Chorleiterin Puppa Peters und den Vorsitzenden Raimund Buss für einen mitreißenden Konzertabend im Haus der Insel. "Kurz gesagt: We are happy as can be, of op platt: Dat weer heel moi, wi sünd blied".

Dabei fing der Abend eher verschlafen an: Die Crew der Bark Hoffnung saß träge am Lagerfeuer am Langeooger Strand vor dem Bühnenbild von Inselmaler Anselm mit den Kaapdünen am Wasserturm, sang mehr schief als recht Musik von Lale Andersen und musste erst von Shantyman Klaus mit "Bully in the Alley" ins Leben gerufen werden. Der Weckruf funktionierte und sofort ließ die Crew der Bark Hoffnung keinen Zweifel daran, dass sie sich auf den Start in die neuen Saison freut.

Die Stimmung auf der Bühne war von Beginn an ausgelassen und fokussiert zugleich und das merkte auch das Premierenpublikum im fast bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal und ließ sich gerne davon anstecken. Die Refrains kamen besonders kraftvoll und die Solisten ließen nur selten Nervosität erkennen.

Raimund Buss begrüßte das Premierenpublikum und versprach einen bunten Abend. Für die intensive Probenarbeit und aufwändige Vorbereitung des Programms dankte er Chorleiterin Puppa Peters, die jede Woche vom Festland auf die Insel kommt, um hier mit den Langeoogern an echten Shanties zu arbeiten. Gleich acht neue Stücke waren für das neue Jahr erarbeitet worden, die Proben dafür hatten schon im April letzten Jahres begonnen.

Außerdem hatte sie zahlreiche lange nicht gehörte Stücke wieder ins Programm genommen, teilweise mit neuen Solisten besetzt. Peer Agena sang in der ersten Hälfte "Leaving of Liverpool" und später das gefühlvolle neue "Down by the Dockyard Wall", Herbert Grohmann gab dem Klassiker "Hanging Jonny" ganz neues Leben und bewies mit "One more Pull Boys", dass auch er langsame Stücke ausdrucksvoll singen kann.

Ein von großen Interpreten wie den Dubliners bekanntes Stück sang dann Moderator Torsten Meyer, der zudem kurzweilig durch den Abend führte: "The Ferryman" versichert seiner Liebsten, dass er sie immer mehr geliebt habe, als seine Fähre. Beim letzten Stück vor dem Abschiedslied forderte er bei "John Browns Daughter" die Zuschauerinnen und Zuschauer auf, bei "Glory Glory Halleluja" kräftig einzustimmen und die folgten dem Wunsch nur zu gerne.

"You can't hold a good man down" war sich Gerrit Agena dann in einem weiteren neuen sicher, in dem er vom Chor besonders engagiert im Refrain unterstützt wurde. Zu Beginn der zweiten Hälfte, die von einem kurzweiligen und lustigen Sketch von Rainer Adelmund und Sepp Enenkel eröffnet wurde, sang er dann noch den ganz langsamen "Skye Boat Song", begleitet von Herbert Grohmann mit der Tin Whistle.

Eine Premiere in der Premiere folgte danach, denn Sepp Enenkel hatte seinen ersten Auftritt als Solist. Im Wechsel mit Torsten Meyer sang er "Immer ran an den Wind", bestand die Feuertaufe mit Bravour und wurde verdient vom Publikum gefeiert.

Ralf Preuß präsentierte gleich drei neue Stücke: Zunächst sang er "Keep Hauling" und später das spektakuläre "Down among the Dead Men", bei dem er auf dem Boden zwischen den "Dead Men", den leeren Flaschen endet. Mit der Washhouse Company bewies er zudem kurz vor der Pause, das die Langeooger "Ready for the Storm" sind.

Holländisch und Deutsch singt in diesem Jahr Rainer Adelmund, er hat "West Zuid West" übernommen und berichtet im "Faß Aquavit", was im Lokal Grüner Hund so alles passiert. Der "Retirement Song" mit Klaus Kremer war ein weiteres neues Stück in der zweiten Hälfte, zudem sang er kurz vor der Pause das französische Walfängerlied "Pique la Baleine".

Bei der anschließenden Premierenfeier bescheinigten die Gäste den Flinthörners ein besonders abwechslungs- und temporeiches Programm, das traditionell nach der Ansprache des Bürgermeisters mit "Last Shanty" zu Ende gegangen war. Der Shantychor de Flinthörners ist auf die Saison bestens vorbereitet und freut sich drauf. Der nächste Auftritt folgt am Ostermontag.

 

 

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