„Classic Dreams“ in der Inselkirche

Am 12.10.2018 Von: Klaus Kremer

Am Sonntag, 14. Oktober gibt es in der Inselkirche ab 20 Uhr unter dem Titel „Classic Dreams“ traumhaft schöne Musik großer Namen und berühmter Kompositionen. Heike Richter aus Leißzig singt, Andreas Fabienke aus Hamburg spielt Orgel.

Zweifellos zählen Haydns Oratorien „Die Jahreszeiten“ und „Die Schöpfung“ zu den Schätzen der Klassik. Durch die „Schöpfung“ angeregt, komponierte Haydn seine „Jahreszeiten“, welche 1801 Premiere feierten. Jedoch blieb der ganz große Erfolg des Werkes aus, was nicht der Musik, sondern eher dem Libretto zuzuschreiben ist. Es war in jener Zeit ungewöhnlich, ein Oratorium, welches stets christliche Texte und Bibelstellen thematisierte mit einem weltlichen Sujet, wie dem Tages- und Jahreskreis zu versehen. Daher erfuhr das Werk zunächst geringere Beliebtheit und wurde seltener aufgeführt. Die Arbeit daran war für Haydn mühsam. Zum einen seiner angeschlagenen Gesundheit wegen und andererseits, weil ihn der Text seines Librettisten Gottfried van Swieten nicht überzeugte. Gegenwärtig erfreut sich das Oratorium jedoch zunehmender Beliebtheit, wovon die steigenden Aufführungszahlen künden. Die große Arie der Hanne „Welche Labung für die Sinne“ lässt tonmalerisch die Wärme, das Licht und den strahlenden Glanz des Sommers erahnen. In warmen lyrischen und dann jubelnden Sequenzen erwacht die Seele und genießt die lebendige Pracht der Natur.

Von grundlegender religiöser Erfahrung inspiriert äußerte Haydn über die Komposition seiner „Schöpfung“, die im März 1799 unter Leitung des Meisters im Burgtheater Wien uraufgeführt wurde: „Ich war auch nie so fromm, als während der Zeit, da ich an der Schöpfung arbeitete; täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott, daß er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchte.“ Und Gott erhörte ihn, denn seine „Schöpfung“ wurde ein grandioser Erfolg, deren Siegeszug weltweit bis in die heutige Zeit andauert. Die anmutige Sopran-Arie „Nun beut die Flur das frische Grün“ in B-Dur und im Siciliano-Rhythmus komponiert, feiert die Erschaffung der Pflanzen, während die kraftvolle und dennoch zierliche Arie „Auf starkem Fittiche schwinget sich der Adler stolz“ in F-Dur die Erschaffung der Vögel preist.

Die bravouröse Arie „Ave maris stella“ für Solo-Sopran und Orchester aus der Feder Felix Mendelssohn Bartholdys entstand 1828. Die Uraufführung dieses für den Konzertsaal gedachten Marienantiphons fand 1829 in einer vom Komponisten selbst geschriebenen Orgelfassung in der Berliner Marienkirche statt. Den Vokalpart sang die damals gefeierte Primadonna Anna Milder-Hauptmann, die zu den berühmtesten Sängerinnen ihrer Zeit gehörte. So komponierte beispielsweise Ludwig van Beethoven für sie seine Oper „Leonore“ oder Franz Schubert „Suleika II“ und „Der Hirt auf dem Felsen“. Ein Rezensent der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung schrieb: „Ein Solo-Sopran-Gesang von Felix Mendelssohn Bartholdy: Ave maris stella zeigte Erfindungsgeist, frische Melodie und Kunst des Satzes. Mad. Milder sang diese Composition besonders innig und schön.“

Händels anspruchsvolles Gloria HWV deest. für Koloraturstimme, zwei Violinen und Basso continuo wurde 2001 in der Bibliothek der Royal Academy of Music wieder entdeckt. Seither erfreut sich das sechs-sätzige Werk, welches vermutlich 1707 entstand, zunehmender Beliebtheit. Die Handschrift befindet sich in einem Händel-Arien-Sammelband, den der Sänger William Savage besaß. Emma Kirkby, die die erste Aufnahme 2001 sang, sagte: dass "das Stück Individualität und Charme, gute Bravourmomente hat, und wichtiger, einige Momente der Tiefe, Schönheit und Schärfe."

Orgelsolistisch kommt neben Meister Georg Friedrich Händels großem Orgelkonzert in B-Dur der nicht minder bekannte Carl Philipp Emanuel Bach mit seiner Sonate in D-Dur musikalisch zu Wort. Der Komponist, in Weimar geboren, war der wohl berühmteste Sohn Johann Sebastian Bachs. Zunächst folgte er dem Ruf als Cembalist in der Kapelle des späteren Königs Friedrich II. von Preußen. Später trat er die Nachfolge Telemanns im Amt des städtischen Musikdirektors an den fünf Hauptkirchen in Hamburg an. Er schuf vor allem zahlreiche Kompositionen für Tasteninstrumente, aber auch viele Orchester- und kammermusikalische Werke. Sein bedeutendes Lehrwerk „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ wurde 1753 in Berlin veröffentlicht.

Der Zuhörer darf gespannt sein und sich auf ein besonderes Konzerterlebnis freuen.

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