Aussterbendes Handwerk als immaterielles Kulturerbe

Am 14.06.2018 Von: Mayk D. Opiolla

Für viele sind reetgedeckte Häuser das Sinnbild für Küstenidylle schlechthin. Aufgrund der enorm hohen Brandschutzversicherungskosten leistet sich aber kaum noch jemand diese traditionelle Form des Dachbelags, weshalb sich auch nur noch sehr wenige Betriebe auf die Kunst der Reparatur solcher Dächer verstehen. Die Firma Wiggers aus Varel aber beschäftigt noch solche Spezialisten, deren Handwerkskunst nun auch bei einem Einsatz auf Langeoog gefragt war. Seit 2014 ist die Reetdachdeckerei immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

Reetdachdecker-Handwerk erfordert großes fachliches Können. Im Dezember 2014 wurde das Handwerk deshalb als eine von 27 Kulturformen in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes durch die Kultusministerkonferenz aufgenommen. Ein Reetdach hält im Durchschnitt 30 bis 50 Jahre, es sind aber auch Dächer dokumentiert, die über 100 Jahre alt wurden.

Die größten Risiken für den malerischen Dachbelag sind Verfaulen des Reets durch Dauernässe und unzureichende Belüftung, der Befall mit Schädlingen sowie die Brandgefahr durch Feuerwerkskörper und anhaltende Hitze im Sommer. Auf Inseln wie Amrum oder Föhr, die noch wesentlich mehr Reethäuser als Langeoog aufweisen, ist Feuerwerk daher nicht nur wegen des Natur- und Tierschutzes, sondern auch aus diesem Grunde strikt verboten.

Das Verfaulen des Reets durch Nässestau wird meist auf bauphysikalische Fehler beim Dachaufbau zurückgeführt, was einmal mehr verdeutlicht, dass diese Form der Dachdeckerei extrem viel Erfahrung, Sorgfalt und Wissen voraus setzt. Aber auch minderwertiges Import-Reet spielt dabei eine Rolle, denn tatsächlich ist die Nachfrage nach dem Baustoff in Deutschland noch so hoch, dass diese durch Binnenprodukte nicht gedeckt werden kann.

Das bekannteste reetgedeckte Anwesen auf Langeoog ist sicherlich der "Sonnenhof", das ehemalige Wohnhaus von Lale Andersen. Aber auch die Teestube am Hafen mit dem dahinterliegenden Gebäude sowie das Haus neben dem "Sonnenhof" weisen noch diese traditionelle Dachform auf.


 

 

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