"Atze" Numrich gibt nach 36 Jahren Vorsitz ab

Am 15.03.2019 Von: Mayk D. Opiolla

Die Langeooger Ortshandwerkerschaft hatte am Donnerstag gleich zwei beachtliche Zahlen vorzuweisen. Auf der Jahreshauptversammlung konnte zum einen auf 50 Jahre Ortshandwerkerschaft Langeoog zurückgeblickt werden. Zum anderen gab "Atze" Hans-Jörg Numrich nach 36 Jahren aus Altersgründen sein Amt ab. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter, Holger Schwede.

Das trotz Abwesenheit einiger Mitglieder gut besuchte Treffen fand im Hotel „Strandeck“ statt.
Die beiden Ortshandwerkerinnen Martina Runge und Eva Recker (Goldschmiedemeisterinnen) stellten den noch immer recht übersichtlichen Frauenanteil in der Runde.
Die Begrüßungsworte sowie den Jahresrückblick 2018 verlas, noch im Amt des Vorsitzenden, „Atze" Numrich. Als Gäste waren Kreishandwerkermeister Dipl. Ing. Jan Denkena und der neue Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dipl. Kfm. Thorsten Tooren, angereist.

Der anschließende Rückblick auf 50 Jahre Geschichte der Ortshandwerkerschaft war untrennbar mit dem Engagement von Fliesenlegermeister Hans-Jörg Numrich verknüpft. In 36 Jahren konnte er viel bewegen und etliche liebgewonnene (und bis heute gepflegte) Traditionen beginnen. Dazu zählt vor allem die Fürsorge der Mitglieder untereinander wie das Kümmern auch um erkrankte Handwerkskollegen oder um die Witwen verstorbener Mitglieder; das Schnüren von Weihnachtspäckchen für die Senioren und Seniorinnen und vieles mehr. Aber auch das gesellige Miteinander kommt nicht zu kurz: Ein Beleg sind die beliebten Skatturniere, die seit 1990 jährlich stattfinden und erstmals 1986 initiiert wurden. Zudem sorgte Numrich, von allen auf der Insel „Atze“ genannt, dafür, dass die Langeooger Handwerksbetriebe auch auf dem angrenzenden Festland bekannt wurden, z.B. durch die Veröffentlichung einer Handwerkerliste im „Utkieker“ — und dies bereits im Gründungjahr des Mediums.

Als nächsten Punkt ging es an die Wahlen. Der 1942 geborene Berliner trug seinen freiwilligen Amtsverzicht aus Altersgründen mit der ihm eigenen, erfrischend unsentimentalen Herzlichkeit vor: „Der Alte muss weg. 36 Jahre sind genug, da muss jetzt mal frisches Blut ran!“, resümierte Atze Numrich und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Als „frisches Blut“ wurde dann sein bisheriger 1. Stellvertreter, Tischlermeister Holger Schwede, vorgeschlagen, der die Wahl auch annahm. 1. Stellvertretender Vorsitzender wurde Helge Bents (Bootsbaumeister, bisher 2. Vorsitz); 2. Stellvertretender Vorsitzender wurde Jan Donner (Meister f. Sanitär-, Anlagen- und Klimatechnik). Für das Amt des Kassenwarts wurde Konditormeister Heiko Barenthin vorgeschlagen, der in Abwesenheit gewählt wurde, seine Zustimmung aber vorab erteilt hatte. (Bisheriger Amtsinhaber: Daniel Lang.)  Erich Freimuth wurde zum Ehrenmitglied der Ortshandwerkerschaft ernannt.

Zugleich wurde mit dem ersten Vorsitzwechsel nach 36 Jahren auch über eine Änderung des Wahlsystems nachgedacht: Ehrenmitglied Heinz Schwede (Tischlermeister i.R.) schlug einen jährlichen Vorsitzwechsel nach Vorbild des Rotary Club vor. Für diesen Wechsel zeigten sich alle offen; lediglich das Jahresintervall wurde zum Zweijahresintervall modifiziert, sodass die Ortshandwerkerschaft nun alle zwei Jahre eine oder einen Vorsitzenden  wählen wird: Altvorsitzender Numrich ermutigte ausdrücklich auch die Handwerksmeisterinnen, über dieses Amt nachzudenken.

Im Anschluss sprachen die aus Leer angereisten Vertreter der Kreishandwerkerschaft ihre Dankworte aus und würdigten umfassend „Atze“ Numrichs Lebensleistung. Dieser, so gestand er, hatte eigentlich gar nicht Fliesenleger werden wollen, sondern Koch oder Architekt; für ein Studium fehlte aber leider das Geld. Über Stationen in Wilhelmshaven und Norden gelang es Numrich letztlich, sich 1968 auf Langeoog selbstständig zu machen. Der Betrieb florierte: Zu den Glanzzeiten hatte er 19 Angestellte und bildete insgesamt 14 Lehrlinge aus, darunter viele Insulaner.
Auch sein vielfältiges soziales Engagement, u.a. für Kinder und Jugendliche, wurde gebührend gelobt.

Beim Thema „Jugendliche“ wurde es dann etwas ernster in der Runde, denn alle waren sich einig, dass der Auszubildendenmangel, insbesondere auf den Inseln, ein gravierendes Problem darstelle. In diesem Kontext war dann auch der Langeooger Meik Julius vom NLWKN eingeladen worden, der aber als Beauftragter im „Berufsdienst“ des Rotary Clubs Langeoog sprach und ein Projekt vorstellte, dass der Aktivierung von Jugendlichen dient. In diesem Rahmen wurde eine Kooperation mit Schulen auf dem Festland eingeleitet, welche „Infomärkte“ für interessierte Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen durchführen möchten. Dabei sollen Langeooger Lehrlinge in Austausch mit den Jugendlichen treten, damit diese sich unmittelbar ein Bild von der Handwerksausbildung in Ostfriesland machen können. Das Projekt stieß auf reges Interesse unter den Anwesenden. Zugleich wurde sich nach der Möglichkeit der Ausbildung von Geflüchteten erkundigt. Dazu wussten Jan Denkena und Thorsten Tooren zu berichten; es gebe bereits einige Projekte im Landkreis, die sich nicht ausschließlich, aber auch an Geflüchtete richten. Atze Numrich zeigte sich überzeugt von der Erfolgsaussicht solcher Projekte, und man merkte ihm deutlich an, dass ihm die Jugend und Zukunft des Handwerks unverändert am Herzen liegt. 


 


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