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Anke Jansen überzeugt als Hildegard Knef

Am

Ein Knef-Abend der lauten und leisen Töne. Steht bei vielen Hildegard-Knef-Hommagen eher der Entertainment-Faktor der eingängigen Songs im Vordergrund, so schlug Anke Jansen mit ihrer Interpretation auch die ernsten und leisen, die schmerzhaften und dreckigen, die verruchten und rotzigen Töne von "La Knef" an. Was für ein Glück für diesen Abend! Denn was dort auf der Bühne geboten wurde, virtuos begleitet von Thorsten Schreiner am Klavier und Richard Eisenach am Kontrabass, war große Chanson- und Schauspielkunst.

Dass Jansens Stimme der von Hilde Knef bezüglich Tiefe und Stimmfarbe her zwar ähnelt, aber nicht deren verlebte Rauheit aufweist, hatte man dabei schnell vergessen. Denn Duktus und Intonation stimmten und jeder Ton saß — singend ebenso wie sprechend. Kostüm und Bühnenbild waren dabei reduziert, bis auf wenige Accessoireswechsel zog sich Jansen nur einmal um, um den Übergang von jüngerer Hildegard Knef zu jener in den letzten Lebensjahren zu markieren.

Vom Publikum wurde das Ensemble von Anfang an begeistert aufgenommen; in den Pausen entspannen sich erinnerungsreiche Gespräche: "In genau diesem Mief, dieser Prüderie der Adenauer-Ära sind wir großgeworden", erzählt ein Herr, "und überall saßen noch die alten Nazis. Ich merke jetzt erst wieder, wie furchtbar das eigentlich war. 6 Millionen ermordete Juden wurden totgeschwiegen — aber bei zwei nackten Brüsten flippten alle aus. Genau das war meine Jugend."
Die Brüste, auf die der Herr anspielte, waren die eben jener Hildgard Knef, 1951, im Film "Die Sünderin", der sie international bekannt, aber auch lange Zeit zur Unperson machte. Sogar die Scheidung vom ersten Ehemann hatte der Film zur Folge. Nichtsdestotrotz sahen den Film, den keiner angesehen haben wollte, aber über den jeder sprach, in den ersten drei Wochen bereits 2 Millionen Deutsche. "Die Sünderin" wurde Knefs Durchbruch in Hollywood, die längst legendäre Marlene Dietrich ihre New Yorker "Ziehmutter".

Aber der Skandal um diesen Film war längst nicht das Schlimmste, was die junge Hildegard durchmachen musste. Das Verhältnis zur Mutter war konfliktreich und von Lieblosigkeit und Leistungsdruck geprägt, der geliebte Großvater beging Suizid. Im Krieg wurde Hilde Knef ausgebombt und verschüttet, sie hat gehungert und schwerste Krankheiten durchlitten, darunter Krebs, als ihre Tochter Christina erst 5 Jahre alt war. Bei vielen Knef-Abenden wird diese traumatische Prägung der Künstlerin komplett ausgeblendet. Man lässt das Publikum locker zu "Die irritierte Auster" mitwippen und "Für mich soll's rote Rosen regnen" singen, aber die subtile Ironie, der Sarkasmus, der unbedingte Lebenswille und die ungeheure Resilienz Hildegard Knefs erschließt sich in ihren Texten nur, wenn man auch um die Wunden und Krater in ihrer Biografie weiß.
Anke Jansen hat dies in gänsehauterzeugender Perfektion transportiert, aber auch nie den Moment verpasst, an dem es die Stimmung mit einem "leichteren" Lied, einer witzigen Wortakrobatik wieder aufzulockern galt.

Die Lied-Auswahl beinhaltete folglich leichte und lustige Töne, aber auch ernste und schwermütige — und natürlich die bekanntesten und beliebtesten Knef-Songs. "Die Birke" wurde gegeben, "In dieser Stadt", "Lass mich bei Dir sein", "Von nun an ging's bergab", "Wenn die Welt zu ändern wär" ... und natürlich die berühmten "Roten Rosen". Obwohl der Saal nicht voll besetzt war, fiel der Applaus donnernd aus und wurde mit Standing Ovations veredelt. Zwei Zugaben waren das Geschenk dafür.

"Ich bin doch froh, dass wir die Kinder nicht mitgenommen haben. Das war ja ganz schön heftig zwischendurch", sagt eine Besucherin beim Rausgehen. "Ganz schön heftig" trifft aber aber nun einmal auch die Lebensgeschichte der Knef. Oder, um es mit den Worten der großen deutschen Diva — scheinbar salopp — selbst zu sagen: "So oder so ist das Leben."

 

Hildegard Frieda Albertine Knef wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren und starb am 1. Februar 2002 in Berlin, wo sie ihre Schauspielkarriere bei der UFA begonnen und viele Lebensjahre verbracht hatte. Zwischen 1948 und 1968 trat sie im nicht-deutschsprachigen Ausland als "Hildegarde Neff" auf.

 

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