Immer weniger Aale an der Küste

Am 05.11.2015 Von: Willy Bollenberg

Am Langeooger Strand wurden auch in diesem Jahr wieder Plattfische geangelt und seit geraumer Zeit gehen hier auch die räuberischen Barsche regelmäßig an den mit Wattwurm beköderten Haken. Seit Jahren wird am Strand dafür kein Aal mehr gefangen. Das jährliche Glasaalaufkommen ist bis auf 1 Prozent der sonst großen Menge geschrumpft.

Beitragen werden dazu sicher die tonnenschweren Fänge der etwa 7 cm kleinen Glasaale insbesondere für den asiatischen Markt per Netz bereits beim Zug der jungen Fische auf dem 5000 Kilometer langen Weg von der Sargassosee (Atlantik Nähe der Bahamas) hin zu den europäischen Küsten. Eine Reglementierung ist längst gefordert. Zeitlich befristet verhängte die Europäische Gemeinschaft bereits Exportverbote in Staaten außerhalb der EU.

Aale, die in hiesigen Breiten die Geschlechtsreife im Alter von 12-15 Jahren erreicht haben, werden dann als sogenannte Blankaale auf ihrem Zug zurück in die Laichgebiete in der Sargassosee wiederum in den Flüssen abgefangen und tonnenweise für den menschlichen Verzehr angeboten. Die Züchtung der schmackhaften Schlängler ist bislang noch nicht geglückt, der Vorgang der Befruchtung weiter ein Rätsel. Nach dem Laichen in 2000 Meter Meerestiefe sterben die erschöpften Tiere.

An den Kragen geht es den Aalen aber auch vermehrt durch die Kormorane, deren explosionsartige Verbreitung gesetzlich kaum reglementiert wird. Abgesehen davon und von mutmaßlichen Änderungen der Meeres-Strömungsverhältnisse ist der insgesamt dramatische Rückgang der Aale auch für die Wissenschaft noch nicht umfassend gelöst. Die Entschärfung der Turbinen in den Wasserkraftwerken, die die hier in die Flüsse aufsteigenden Tiere buchstäblich häckseln, gehören zu den Forderungen der Naturschützer als Sofortmaßnahme vor Ort. Die organisierten Angler, deren Fänge zum dramatische Rückgang von Anguilla anguilla (lat. Name)nicht maßgeblich beitragen, treffen ihrerseits Schutzmaßnahmen in vielerlei Hinsicht und müssen inzwischen den Europäischen Aal als teuren Besatzfisch für ihre Gewässer zukaufen.

Im Gegensatz zum völligen Ausbleiben im Meer kommen die Aale, die die weite Reise zu uns vor Jahren geschafft haben, in Flüssen und Seen noch vor, auch auf Langeoog, wo sie untermaßig von verantwortungsbewußten Petrijüngern schonen zurückgesetzt werden. Aale (insbesondere Weibchen) werden bis zu 1,5 Meter lang und 6 kg schwer. Sie können in Gefangenschaft mehr als 80 Jahre alt werden.

Fotos Schmidt/Bollenberg

  

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