Britta Sellering tauft Seenotkreuzer

Am 14.06.2012

36,5 Meter lang, 2,7 Meter Tiefgang und 25 Knoten schnell – dies sind nur einige markante technische Daten des neuesten Seenotkreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Anlässlich der Schiffstaufe am 26. Mai 2012 im Hafen von Sassnitz/Rügen konnte die Gesellschaft hohen Besuch, zahlreiche Gäste und viele Schaulustige begrüßen.

Britta Sellering, die Ehefrau des Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, taufte das Schiff auf den Namen HARRO KOEBKE und wünschte „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Mit der Namengebung dankt die DGzRS einem im Jahr 2003 verstorbenen Unternehmer aus Süddeutschland, der das Rettungswerk in seinem Nachlass mit einer namhaften Zuwendung bedacht hat.

Das Tochterboot wurde von Anne Mühlwald, Tochter vom Sassnitzer Vormann Hartmut Mühlwald, auf den Namen NOTARIUS getauft. Der Notarius zählt zu den wichtigsten Personen der traditionsreichen Bremer Eiswette, die alljährlich am 6. Januar prüft, ob die Weser zugefroren ist oder fließt – und die seit Jahrzehnten die Arbeit der Seenotretter mit Spenden im besonderen Maß unterstützt.

Die neueste Einheit der DGzRS wurde auf der Schiffs- und Bootswerft Fr. Fassmer in Berne an der Unterweser gebaut. Die HARRO KOEBKE löst im Zuge der Modernisierung der Rettungsflotte den 44-m-Seenotkreuzer WILHELM KAISEN ab, der 1978 in Dienst gestellt und vor kurzem ausgemustert wurde.

Mit dem Bau des neuen großen Seenotkreuzers für die Ostsee trägt die DGzRS dem starken Verkehrsaufkommen in der Pommerschen und der Mecklenburger Bucht Rechnung. Der Neubau verfügt über eine leistungsstarke Feuerlöschanlage, ein Hubschrauberarbeitsdeck sowie ein umfangreich ausgestattetes Bordhospital. Der neue Schiffstyp ist in der bewährten Netzspanten-Bauweise konstruiert.

Seenotkreuzer und Tochterboot sind als Selbstaufrichter konzipiert. Ein Novum für die DGzRS ist es, dass es sich bei dem Tochterboot erstmals um ein gemeinsam mit einer britischen Werft entwickeltes Festrumpfschlauchboot mit geschlossener Kajüte handelt. Das Tochterboot überzeugt nicht zuletzt durch seine Geschwindigkeit. Es erreicht ca. 32 Knoten, das entspricht fast 60 Kilometer pro Stunde.

Die Rettungsstation Sassnitz wurde 1873 eingerichtet und wenig später mit einem Raketenapparat ausgestattet. 1912 und somit exakt 100 Jahre vor Indienststellung der HARRO KOEBKE erhielt die Station ihr erstes Motorrettungsboot. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste die DGzRS ihre Stationen in diesem Bereich der Ostsee räumen. Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 übernahm die Gesellschaft wieder die Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach über einjähriger Vorplanung hatte die DGzRS im Sommer 2009 die Fassmer-Werft mit dem Bau des neuen Seenotkreuzers beauftragt. Entwurf, Modellversuche, Werkstattzeichnungen, Materialzuschnitt – all dies und noch viel mehr beschäftigte die Werft und das Rettungswerk gleichermaßen bis weit ins Jahr 2010 hinein. Die Kiellegung konnte schließlich im Dezember 2010 erfolgen. Seit dem „Stapellauf“ des Neubaus Mitte März dieses Jahres standen umfangreiche Erprobungen des Schiffes auf dem Programm.

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