Ausgefallen
ist das Wetter am gestrigen Freitag auf der Insel fürs
Leben. Es gab fast keinen Wind, fast keinen
Niederschlag, fast keine Veränderung in der Wolkendecke,
und die Temperaturen bewegten sich im Niemandsland
zwischen 2° und 5°C. Seltsam nur, dass die
Wintermärchenlandschaft auf dieses ausgefallene Wetter
so stark emotional reagierte. Sie schmolz förmlich
dahin. Am Samstag
ist mit ähnlichen Temperaturen zu rechnen, allerdings
wird der Wind kräftiger aus südwestlichen Richtungen
wehen und sich die Sonne vereinzelt blicken lassen. In
der Nacht zum Sonntag werden die Temperaturen wieder
unter 0°C sinken und der Wind wieder nachlassen. Zum
Wochenbeginn könnten de Temperaturen wieder etwas
deutlicher in den Plusbereich steigen. Die Wetterlage
macht alles in allem den
Eindruck, als sei sie etwas unentschlossen, ob sie sich
Richtung Frühling bewegen, oder noch Schüppchen Winter
aufwerfen soll. Zu den Wetterlinks...
Von 1697 bis 1719 auf Langeoog: Pastor Bötker
Gestern
hatten wir anhand der "Landesbeschreibung des
Harlingerlandes" von 1684 über die in den vergangenen
Jahrhunderten schlecht dotierten Predigerstellen auf den
ostfriesischen Inseln berichtet, und über den Pastor
Christian Bötker, der von 1697 (oder 1699) bis 1719
seinen Dienst auf Langeoog versah und der offenbar eine
ganz eigentümliche, fast tragische Rolle in der
Geschichte Langeoogs einnimmt.
Carl Herquet (1832 - 1888), seit 1878 Leiter des
preußischen Staatsarchivs in Aurich, hat viele Akten
über Bötker (er nennt ihn Böttcher) ausgewertet, und in
seinem Buch "Miscellen zur Geschichte Ostfrieslands"
(1883) einen recht detaillierten Bericht über ihn
geschrieben. In den nächsten Tagen werden ihnen einige
interessante Auszüge daraus präsentieren:
"Langeoog.
Ueber diese zwar sehr große, aber durch ihre
langgestreckte Gestalt der Sturmflut stark exponirte
Insel läßt sich wenig Günstiges berichten. Die dortigen
trübseligen Verhältnisse zeigt uns die Geschichte des
Pastors Christian Böttcher, der 1697 als Nachfolger des
nach Norderney
verzogenen Pastors Johann Husius eintrat. Auf der Insel
Föhr geboren hatte er ein Handwerk erlernt, war darauf
gereist und hierbei Dänischen Werbern in die Hände
gefallen. Er diente nun acht Jahre als gemeiner Soldat
und fünf als Korporal, worauf er von seiner Garnison
Glücksstadt desertirte, angeblich weil man ihn zu einem
Werbekommando schicken wollte. Ueber seinen Bildungsgrad
läßt sich aus seinen Briefen nicht viel Vorteilhaftes
entnehmen.
Von den bei den Acten liegenden Eingaben und
Berichten desselben rührt nichts von seiner Hand her,
als die Unterschrift, die anfangs "Bötcker" dann
"Böttcher" lautet. Auch die hie und da eingestreuten
Lateinischen Phrasen dürften nicht auf seine Rechnung
kommen. Nur ein ganz
von seiner Hand geschriebener Privatbrief, an einen
fürstlichen Beamten gerichtet, ist vorhanden. Er zeigt
einen sehr ungeübten Ductus und schülerhaften Stil.
Das Verhältnis zu seiner sehr kleinen Gemeinde wurde
bald das denkbar schlechteste. Er weigerte sich, nachdem
er es einmal getan hatte, ihr das Abendmahl zu reichen,
weil sie aus lauter Heiden bestehe, die in Haß und
Feindschaft und allen sonstigen Lastern lebten. Als die
Insulaner darauf hin ihn ignorirten, sodaß sieben
Sonntage hintereinander Niemand zum Gottesdienst
erschienen war, begab er sich mit Weib und Kind nach
Dornum und kam nur ab und zu nach der Insel."
(S.262/263, Fortsetzung folgt)
Die Fotos sind noch mal aus dem Heft "Die
Inselkirche Langeoog - Rundgang durch ein
Gotteshaus für Insulaner und Gäste" entnommen, das Sie für 4,00 €
über die
Homepage der Inselkirche oder im Eine-Welt-Laden
erstehen können.
NordseeSPA(r)-Angebote im Februar und März
Trotz
Tauwetter ist das Ende des Winters immer
noch nicht in Sicht, umso
wichtiger ist es, Körper und Seele etwas Gutes zu tun.
Im Kur- und Wellness-Center gibt es dazu im Februar
einige attraktive Sonderangebote.
NordseeSPA(r) im Februar
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Diese Angebote sind nur als
Direktbuchung erhältlich (keine Gutscheine). Buchbar im
Kur- und Wellness-Center.
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Langeoog geht Baden
So
das Motto des Freizeit- und Erlebnisbades, mit dem für
die täglichen kostenlosen 1,5 Stunden Badespaß geworben
wird. Baden gehen zurzeit aber auch die Straßen
Langeoogs. Die paar Grädchen über Null reichen aus, dass
es überall tropft und fließt und Wasser auf den Straßen
steht, das zwischen den noch verbliebenen Barrieren aus
Eis und Schnee und Matsch nicht abfließen kann. Sollten
die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag tatsächlich
unter die Nullgrad-Marke fallen,
so
besteht erhebliche Glättegefahr. Seien Sie also am
Sonntag besonders wachsam, wenn Sie das Haus verlassen.
Niflheim und Muspell
Apropos
tropfendes und fließendes Tauwetter. Im vergangenen Jahr
hatte unser Spezialist für saure Gurken einige Male in
der Inselkirche einen Vortrag gehalten mit dem Titel
"Und es ward Langeoog - Die Entstehung Langeoogs im
Lichte von Schöpfungsmythos und Naturphilosophie". Darin
kam auch der Schöpfungsmythos der Germanen zur Sprache,
der in bemerkenswerter Weise der geologischen Geschichte
der Nordsee mit ihren vorrückenden und sich wieder
zurückziehenden Gletschern der großen Kaltzeiten ähnelt.
Im Folgenden ein kurzer Auszug aus dem Vortrag.
Die Bilder ist eine kleine Auswahl derjenigen, die im
Vortrag zu sehen waren.
"Als die Israeliten im
babylonischen Exil lebten, und die Vorsokratiker sich
aufschwangen, die ersten Wissenschaftler des Abendlandes
zu werden, da wohnten hier an den Küsten zwischen Ems
und Weser ein Stamm der Germanen, die Chauken. Die
Germanen bewohnten damals die gesamte südliche
Nordsee
bis Skandinavien und Island. Der Schöpfungsmythos ihrer
Religion, der übrigens sehr spät, erst unter dem
Einfluss der Christianisierung niedergeschrieben wurde,
beginnt so:
'Urzeit war es, wo nichts war; es gab weder Sand noch
Meer noch kühle Wogen, Erde existierte nicht noch Himmel
darüber, den Schlund der Urleere gab es, aber kein
Gras.'
Die Urleere grenzt an ein 'Gebiet in der südlichen
Welthälfte, das man Muspell nennt; es ist strahlend
hell und heiß, und diese Himmelsrichtung steht in
Flammen und brennt und ist für diejenigen unerträglich,
die dort fremd sind und dort nicht ihre Heimat haben.' …
Im Norden aber grenzt Niflheim an die Urleere, eine
dunkle Himmelsrichtung voller Eis und kalter Ströme.
'Aber das Ginnungagap war so mild wie windstille Luft.'
Dann begann sich das Eis im Norden auszudehnen, und
Eisströme, Sturm und Regen drangen in die Urleere ein.
Aus dem brennenden Süden aber wehte der Kälte ein heißer
Luftstrom entgegen, und es taute,
zischte und tropfte, Funken und Glutteilchen flogen
umher, 'und aus den Gischttropfen entstand Leben durch
die Macht dessen, der die Hitze gesandt hatte.'
Winter ade?
...
Winter ade, scheiden tut weh, aber dein Scheiden macht,
dass mir das Herze lacht", so heißt es in einem
Volkslied, dessen Text Heinrich Hoffmann von
Fallersleben geschrieben hat. Der Begriff "Winter" hat
mit Wetter eigentlich wenig zu tun, denn er bezeichnet
lediglich die Phase des Erdumlaufs um die Sonne, da die
Nordhalbkugel der Sonne abgewandt ist.. Der Rhythmus der
Natur orientiert sich zum größten Teil eher an der
Tageslichtdauer, als an der Wetterlage, weshalb trotz
des Schnees viele Vögel bereits mit ihren Reviergesängen
begonnen haben. Ganz ohne Einfluss ist die Wetterlage
natürlich nicht, wie man am Problem der Wacholderdrossel
sehen konnte (wie berichteten gestern). Nicht vom Wetter
aufhalten ließ sich eine Schar Gänse, die gestern über
den Ort zog.
Highlights 2010
Wie jedes Jahr wollen wir Ihnen im Laufe des Februars
schon mal Appetit machen auf einige besondere kulturelle
Veranstaltungen, die in der kommenden Saison auf Sie
warten. Die vollständige Terminliste finden Sie auf der
Homepage der Kurverwaltung.
Improvisationstheater Springmaus
Am
Mittwoch, den 18. August ist wieder mal das
Improvisationstheater "Springmaus"
aus Bonn zu Gast im HDI. 1982, also vor nunmehr über 28
Jahren von Bill Mockridge (bekannt auch aus der
"Lindenstraße" gegründet, feiert es sowohl auf der
heimischen Bühne des
Springmaustheaters, als auch mit dem Tourensemble
große Erfolge. Ihrem Konzept, das Publikum eng in das
Bühnengeschehen zu integrieren und darauf zu reagieren,
sind die verschiedenen Ensembles über all die Jahre, wie
es sich für ein Improvisationstheater gehört, treu
geblieben. Aktuell besteht das Tourensemble aus Gilly
Alfeo, Norbert Frieling und Silke Vennemann.
Sportweb
SC Freiburg: Alle Sinne geschärft für Hertha
Zum
nächsten Heimspiel erwartet der
Sport-Club Freiburg am Sonntag, den 21. Februar, um
15.30 Uhr im badenova-Stadion Hertha BSC Berlin (live
bei sky und auf der Website im SC-Live-Ticker). In der
wichtigen Partie gegen den Tabellenletzten fehlt dem SC
Kapitän Heiko Butscher (Muskelfaserriss). Wieder zur
Verfügung stehen Ivica Banovic und Daniel Caligiuri,
sowie aller Voraussicht nach der im vergangenen Spiel in
Frankfurt verletzt ausgeschiedene Cédric Makiadi. Erste
Trainingseinheiten absolvierte nach langer Pause
Verteidiger Pavel Krmas. "Wir stehen vor einem Spiel,
das man gewinnen muss", sagt Trainer Robin Dutt. Den
ganzen Vorbericht zum Spiele lesen sie
hier.
Dumm gelaufen: Genug ist genug
Genug
ist genug, dachte sich unser
Urlaubs-Vertretungs-Sport-Ressort-Chef-Redakteur, als er
vernahm, dass sich der Matsch seiner
Lieblingslaufstrecke womöglich wieder in Eis verwandeln
könnte. Gefühlte 10 kg hat er zugenommen auf der Insel
fürs Leben, wo er eigentlich dem Winterspeck weglaufen
wollte, um bei der Langeooger Laufserie serienmäßig das
Treppchen ansteuern zu können. Im Augenblick muss er
jedoch fürchten, nicht mal auch nur die erste Stufe des
Treppchens zu schaffen. Genug ist also genug, und weil
dieser Gedanke zufällig mit dem Ende seiner
Urlaubsvertretungszeit zusammenfiel (die
festangestellten Redaktionsmitglieder stehen kurz vor
dem Ende ihres Interkontinentallaufes), machte er sich
auf in sein nicht afrikanisches, aber dennoch im fernen
Süden gelegenes Oldenburger Trainingslager.