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Freitag, 10. September 2010

 

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20. Februar

Ausgefallenes Wetter

Ausgefallen ist das Wetter am gestrigen Freitag auf der Insel fürs Leben. Es gab fast keinen Wind, fast keinen Niederschlag, fast keine Veränderung in der Wolkendecke, und die Temperaturen bewegten sich im Niemandsland zwischen 2° und 5°C. Seltsam nur, dass die Wintermärchenlandschaft auf dieses ausgefallene Wetter so stark emotional reagierte. Sie schmolz förmlich dahin. Am Samstag ist mit ähnlichen Temperaturen zu rechnen, allerdings wird der Wind kräftiger aus südwestlichen Richtungen wehen und sich die Sonne vereinzelt blicken lassen. In der Nacht zum Sonntag werden die Temperaturen wieder unter 0°C sinken und der Wind wieder nachlassen. Zum Wochenbeginn könnten de Temperaturen wieder etwas deutlicher in den Plusbereich steigen. Die Wetterlage macht alles in allem den Eindruck, als sei sie etwas unentschlossen, ob sie sich Richtung Frühling bewegen, oder noch Schüppchen Winter aufwerfen soll. Zu den Wetterlinks...

Von 1697 bis 1719 auf Langeoog: Pastor Bötker

Gestern hatten wir anhand der "Landesbeschreibung des Harlingerlandes" von 1684 über die in den vergangenen Jahrhunderten schlecht dotierten Predigerstellen auf den ostfriesischen Inseln berichtet, und über den Pastor Christian Bötker, der von 1697 (oder 1699) bis 1719 seinen Dienst auf Langeoog versah und der offenbar eine ganz eigentümliche, fast tragische Rolle in der Geschichte Langeoogs einnimmt. Carl Herquet (1832 - 1888), seit 1878 Leiter des preußischen Staatsarchivs in Aurich, hat viele Akten über Bötker (er nennt ihn Böttcher) ausgewertet, und in seinem Buch "Miscellen zur Geschichte Ostfrieslands" (1883) einen recht detaillierten Bericht über ihn geschrieben. In den nächsten Tagen werden ihnen einige interessante Auszüge daraus präsentieren:

"Langeoog. Ueber diese zwar sehr große, aber durch ihre langgestreckte Gestalt der Sturmflut stark exponirte Insel läßt sich wenig Günstiges berichten. Die dortigen trübseligen Verhältnisse zeigt uns die Geschichte des Pastors Christian Böttcher, der 1697 als Nachfolger des nach Norderney verzogenen Pastors Johann Husius eintrat. Auf der Insel Föhr geboren hatte er ein Handwerk erlernt, war darauf gereist und hierbei Dänischen Werbern in die Hände gefallen. Er diente nun acht Jahre als gemeiner Soldat und fünf als Korporal, worauf er von seiner Garnison Glücksstadt desertirte, angeblich weil man ihn zu einem Werbekommando schicken wollte. Ueber seinen Bildungsgrad läßt sich aus seinen Briefen nicht viel Vorteilhaftes entnehmen.

Von den bei den Acten liegenden Eingaben und Berichten desselben rührt nichts von seiner Hand her, als die Unterschrift, die anfangs "Bötcker" dann "Böttcher" lautet. Auch die hie und da eingestreuten Lateinischen Phrasen dürften nicht auf seine Rechnung kommen. Nur ein ganz von seiner Hand geschriebener Privatbrief, an einen fürstlichen Beamten gerichtet, ist vorhanden. Er zeigt einen sehr ungeübten Ductus und schülerhaften Stil.

Das Verhältnis zu seiner sehr kleinen Gemeinde wurde bald das denkbar schlechteste. Er weigerte sich, nachdem er es einmal getan hatte, ihr das Abendmahl zu reichen, weil sie aus lauter Heiden bestehe, die in Haß und Feindschaft und allen sonstigen Lastern lebten. Als die Insulaner darauf hin ihn ignorirten, sodaß sieben Sonntage hintereinander Niemand zum Gottesdienst erschienen war, begab er sich mit Weib und Kind nach Dornum und kam nur ab und zu nach der Insel." (S.262/263, Fortsetzung folgt)

Die Fotos sind noch mal aus dem Heft "Die Inselkirche Langeoog  - Rundgang durch ein Gotteshaus für Insulaner und Gäste" entnommen, das Sie für 4,00 € über die Homepage der Inselkirche oder im Eine-Welt-Laden erstehen können.

NordseeSPA(r)-Angebote im Februar und März

Trotz Tauwetter ist das Ende des Winters immer noch nicht in Sicht, umso wichtiger ist es, Körper und Seele etwas Gutes zu tun. Im Kur- und Wellness-Center gibt es dazu im Februar einige attraktive Sonderangebote.

 

NordseeSPA(r) im Februar

    Strandgold

    1x Bernstein-Ölbad

    1x Bernstein-Ganzkörpermassage

    nur € 49,00 statt € 55,00

 

NordseeSPA(r) im März

    Langeooger Flint-Massagen

    Ganzbehandlung (ca. 60 min.): nur € 59,00 statt € 69,00

    Teilbehandlung (ca. 45 min.): nur € 49,00 statt € 55,00

 

Diese Angebote sind nur als Direktbuchung erhältlich (keine Gutscheine). Buchbar im Kur- und Wellness-Center. www.NordseeSPA.de 

Langeoog geht Baden

So das Motto des Freizeit- und Erlebnisbades, mit dem für die täglichen kostenlosen 1,5 Stunden Badespaß geworben wird. Baden gehen zurzeit aber auch die Straßen Langeoogs. Die paar Grädchen über Null reichen aus, dass es überall tropft und fließt und Wasser auf den Straßen steht, das zwischen den noch verbliebenen Barrieren aus Eis und Schnee und Matsch nicht abfließen kann. Sollten die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag tatsächlich unter die Nullgrad-Marke fallen, so besteht erhebliche Glättegefahr. Seien Sie also am Sonntag besonders wachsam, wenn Sie das Haus verlassen.

Niflheim und Muspell

Apropos tropfendes und fließendes Tauwetter. Im vergangenen Jahr hatte unser Spezialist für saure Gurken einige Male in der Inselkirche einen Vortrag gehalten mit dem Titel "Und es ward Langeoog - Die Entstehung Langeoogs im Lichte von Schöpfungsmythos und Naturphilosophie". Darin kam auch der Schöpfungsmythos der Germanen zur Sprache, der in bemerkenswerter Weise der geologischen Geschichte der Nordsee mit ihren vorrückenden und sich wieder zurückziehenden Gletschern der großen Kaltzeiten ähnelt. Im Folgenden ein kurzer Auszug aus dem Vortrag. Die Bilder ist eine kleine Auswahl derjenigen, die im Vortrag zu sehen waren.

"Als die Israeliten im babylonischen Exil lebten, und die Vorsokratiker sich aufschwangen, die ersten Wissenschaftler des Abendlandes zu werden, da wohnten hier an den Küsten zwischen Ems und Weser ein Stamm der Germanen, die Chauken. Die Germanen bewohnten damals die gesamte südliche Nordsee bis Skandinavien und Island. Der Schöpfungsmythos ihrer Religion, der übrigens sehr spät, erst unter dem Einfluss der Christianisierung niedergeschrieben wurde, beginnt so:

'Urzeit war es, wo nichts war; es gab weder Sand noch Meer noch kühle Wogen, Erde existierte nicht noch Himmel darüber, den Schlund der Urleere gab es, aber kein Gras.'

Die Urleere grenzt an ein 'Gebiet in der südlichen Welthälfte, das man Muspell nennt; es ist strahlend hell und heiß, und diese Himmelsrichtung steht in Flammen und brennt und ist für diejenigen unerträglich, die dort fremd sind und dort nicht ihre Heimat haben.' … Im Norden aber grenzt Niflheim an die Urleere, eine dunkle Himmelsrichtung voller Eis und kalter Ströme. 'Aber das Ginnungagap war so mild wie windstille Luft.'

Dann begann sich das Eis im Norden auszudehnen, und Eisströme, Sturm und Regen drangen in die Urleere ein. Aus dem brennenden Süden aber wehte der Kälte ein heißer Luftstrom entgegen, und es taute, zischte und tropfte, Funken und Glutteilchen flogen umher, 'und aus den Gischttropfen entstand Leben durch die Macht dessen, der die Hitze gesandt hatte.'

Winter ade?

... Winter ade, scheiden tut weh, aber dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht", so heißt es in einem Volkslied, dessen Text Heinrich Hoffmann von Fallersleben geschrieben hat. Der Begriff "Winter" hat mit Wetter eigentlich wenig zu tun, denn er bezeichnet lediglich die Phase des Erdumlaufs um die Sonne, da die Nordhalbkugel der Sonne abgewandt ist.. Der Rhythmus der Natur orientiert sich zum größten Teil eher an der Tageslichtdauer, als an der Wetterlage, weshalb trotz des Schnees viele Vögel bereits mit ihren Reviergesängen begonnen haben. Ganz ohne Einfluss ist die Wetterlage natürlich nicht, wie man am Problem der Wacholderdrossel sehen konnte (wie berichteten gestern). Nicht vom Wetter aufhalten ließ sich eine Schar Gänse, die gestern über den Ort zog.

Highlights 2010

Wie jedes Jahr wollen wir Ihnen im Laufe des Februars schon mal Appetit machen auf einige besondere kulturelle Veranstaltungen, die in der kommenden Saison auf Sie warten. Die vollständige Terminliste finden Sie auf der Homepage der Kurverwaltung.

Improvisationstheater Springmaus

Am Mittwoch, den 18. August ist wieder mal das Improvisationstheater "Springmaus" aus Bonn zu Gast im HDI. 1982, also vor nunmehr über 28 Jahren von Bill Mockridge (bekannt auch aus der "Lindenstraße" gegründet, feiert es sowohl auf der heimischen Bühne des Springmaustheaters, als auch mit dem Tourensemble große Erfolge. Ihrem Konzept, das Publikum eng in das Bühnengeschehen zu integrieren und darauf zu reagieren, sind die verschiedenen Ensembles über all die Jahre, wie es sich für ein Improvisationstheater gehört, treu geblieben. Aktuell besteht das Tourensemble aus Gilly Alfeo, Norbert Frieling und Silke Vennemann.

 Sportweb

Haus Jonathan

SC Freiburg: Alle Sinne geschärft für Hertha

Zum nächsten Heimspiel erwartet der Sport-Club Freiburg am Sonntag, den 21. Februar, um 15.30 Uhr im badenova-Stadion Hertha BSC Berlin (live bei sky und auf der Website im SC-Live-Ticker). In der wichtigen Partie gegen den Tabellenletzten fehlt dem SC Kapitän Heiko Butscher (Muskelfaserriss). Wieder zur Verfügung stehen Ivica Banovic und Daniel Caligiuri, sowie aller Voraussicht nach der im vergangenen Spiel in Frankfurt verletzt ausgeschiedene Cédric Makiadi. Erste Trainingseinheiten absolvierte nach langer Pause Verteidiger Pavel Krmas. "Wir stehen vor einem Spiel, das man gewinnen muss", sagt Trainer Robin Dutt. Den ganzen Vorbericht zum Spiele lesen sie hier.

 

Dumm gelaufen: Genug ist genug

Genug ist genug, dachte sich unser Urlaubs-Vertretungs-Sport-Ressort-Chef-Redakteur, als er vernahm, dass sich der Matsch seiner Lieblingslaufstrecke womöglich wieder in Eis verwandeln könnte. Gefühlte 10 kg hat er zugenommen auf der Insel fürs Leben, wo er eigentlich dem Winterspeck weglaufen wollte, um bei der Langeooger Laufserie serienmäßig das Treppchen ansteuern zu können. Im Augenblick muss er jedoch fürchten, nicht mal auch nur die erste Stufe des Treppchens zu schaffen. Genug ist also genug, und weil dieser Gedanke zufällig mit dem Ende seiner Urlaubsvertretungszeit zusammenfiel (die festangestellten Redaktionsmitglieder stehen kurz vor dem Ende ihres Interkontinentallaufes), machte er sich auf in sein nicht afrikanisches, aber dennoch im fernen Süden gelegenes Oldenburger Trainingslager.
 
Haus Beloch
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